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Fachkräfte-Rekrutierung auf der Career Week 2017

vom 24. November 2017

Career Week 2017 am Campus Schöneberg der HWR Berlin

Career Week 2017 am Campus Lichtenberg der HWR Berlin / © HWR Berlin, Hallatschek

Start-ups, Großunternehmen, öffentlicher Dienst – Berlin hält viele Möglichkeiten des Berufseinstiegs bereit. Längst ist die Jobsuche keine Einbahnstraße mehr. Firmen und Behörden werben auf Karrieremessen und gehen direkt an Hochschulen. So auch zur Career Week der HWR Berlin vom 6. bis 11.11.2017.

 

Ziel der Arbeitgeber ist es, künftige Studienabsolvent/innen frühzeitig für sich zu gewinnen. „Als eines der führenden Recyclingunternehmen weltweit sind wir immer auf der Suche nach qualifizierten Nachwuchskräften – sei es für Praktika, Werkstudenten-Stellen oder den Direkteinstieg. Die beste Möglichkeit, hier fündig zu werden, ist, mit den Studierenden direkt in Kontakt zu treten“, sagt Vivien Kreipe, Referentin für Personalmarketing/Nachwuchs der ALBA Group.

 

Das Unternehmen förderte die Career Week 2017 und schickte – wie Securitas, Leonhardt Rattunde, die Berliner Sparkasse, der Bundesnachrichtendienst und verschiedene Senatsverwaltungen – Personalverantwortliche an die HWR Berlin, um Berufsperspektiven nach dem Studium aufzuzeigen, Berufsfelder vorzustellen und mit Studierenden über Karrierechancen und Erwartungshaltungen auf beiden Seiten zu diskutieren.

 

Suchen Arbeitgeber bei neuen Mitarbeiter/innen eher nach dem Typ eierlegende kosmopolitische Wollmilchsau oder den Nerd, der die Digitalisierung noch im Schlaf buchstabieren kann? Diese Frage stellte bei einer der Podiumsdiskussionen ein Student in den Raum. Die Personalleiterin der Messe Berlin GmbH, Dr. Julia Borggräfe, erklärte, dass Fachkompetenz und sichere Fremdsprachenkenntnisse zwar weiter vorausgesetzt würden, die Persönlichkeit der Bewerberin oder des Bewerbers jedoch letztlich das ausschlaggebende Einstellungskriterium sei.

 

Vertreter/innen der DB Systel GmbH verwiesen auf die steigende Bedeutung der Unternehmenskultur, eine dynamische und motivierende Atmosphäre und flexible Arbeitsstrukturen mit flachen Hierarchien, ohne die ein Unternehmen für Fachkräfte nicht mehr interessant ist und sich nicht mehr erfolgreich am Markt behaupten kann.

 

Wenngleich von Bewerber/innen bzw. Arbeitnehmer/innen viel Flexibilität erwartet wird, tun sich noch nicht alle Unternehmen leicht mit modernen Arbeitszeitmodellen, Home Office, Job Sharing oder Sabbaticals zum Beispiel für einen längeren Auslandsaufenthalt. Auch das wurde bei den Veranstaltungen der Career Week deutlich.

 

Haben beispielsweise junge Studierende mit Kind überhaupt eine Chance und können sie den Arbeitsalltag in einem Start-up bewältigen? Florian Nöll, Vorstandvorsitzender des Bundesverbandes Deutsche Startups e. V. verwies darauf, dass die Start-up-Szene vielfältig sei, riet den Eltern unter den Studierenden jedoch, sich ein Start-up auszusuchen, das selbst schon „in der Kita oder Schule“ sei, also nicht mehr ganz am Anfang stünde.

 

Nicht immer ist ein Masterabschluss nötig, um beruflich ein- und aufzusteigen. Vor allem bei kleinen und mittelständischen Unternehmen wie der Fit Analytics haben Berufsstarter/innen schnelle Aufstiegsmöglichkeiten, stellte Steffen Poralla, Head of Operations, den künftigen Bachelorabsolvent/innen in Aussicht. Das Berliner Start-up zur Vermarktung und Entwicklung datengetriebener Online-Größenberater unterhält inzwischen zusätzliche Büros in San Francisco und Prag.

 

Auch für internationale Konzerne ist Berufserfahrung wichtiger als der Mastertitel. Jody Fendes, Referentin für Personalcontrolling bei Coca-Cola European Partners Deutschland und Alumna der HWR Berlin, empfahl ein Praktikum als „soften Einstieg ins Unternehmen“, aber nicht erst kurz vor oder gar nach Ende des Studiums.

 

Fazit der Career Week 2017

Alles ist möglich: vom Praktikum, über eine Trainee-Stelle, bis zum Direkteinstieg oder einem sich anschließenden oder berufsbegleitenden Masterstudium. Roxana Junczyk, HR/Recruiting für Führungskräfte bei der BVG, riet künftigen Berufsstarter/innen, sich unbedingt frühzeitig beruflich ausprobieren. Wichtig für die Entscheidung über die ersten Schritte in der eigenen Karriereplanung sei zu wissen, was man nicht möchte im Berufsleben.

 

Unternehmen und öffentliche Einrichtungen betreiben einen großen Aufwand, um qualifiziertes und motiviertes Personal zu gewinnen und zu halten, und erwarten im Gegenzug engagierte Bewerber/innen mit ausgeprägter Sozialkompetenz – Teamplayer, die andere beflügeln können und selbst bereit sind, ständig dazuzulernen.

 

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