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Unternehmensnachfolge – Konferenz an der HWR Berlin

vom 17. März 2017

© EMF, Graffius

Die Zahlen wirken alarmierend: bis 2018 suchen laut einer aktuellen Studie von KfW Research 620 000 deutsche Unternehmen mit etwa vier Millionen Beschäftigten eine Nachfolge. Vor diesem Hintergrund trafen sich Vertreter/innen von Forschungszentren und Instituten für Familienunternehmen (FIFU) aus dem In- und Ausland Anfang März an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin.

 

Neue Ansätze für Nachfolge in Familienunternehmen, Generationenwechsel und aktuelle Entwicklungen bestimmten die 7. FIFU-Konferenz, die vom Institut für Entrepreneurship, Mittelstand und Familienunternehmen (EMF) der HWR Berlin ausgerichtet wurde.

 

Prof. Dr. Andreas Zaby, Präsident der HWR Berlin, eröffnete zusammen mit Prof. Dr. Birgit Felden, Direktorin des EMF-Instituts, die diesjährige Konferenz. Angelika Schöttler,  Bezirksbürgermeisterin von Tempelhof-Schöneberg, verwies in ihrem Grußwort auf die gute Kooperation Berliner (Familien-)unternehmen miteinander. Dies führe nicht nur zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit, sondern fördere vor allem die Standorttreue unserer Unternehmen: „Familienunternehmen sind die Garanten für Beschäftigungswachstum, tarifliche/übertarifliche Löhne, fühlen sich mit ihrem Standort persönlich eng verbunden und engagieren sich für das eigene Umfeld.“ Auch die HWR Berlin als drittgrößter Anbieter wirtschaftswissenschaftlicher Studiengänge in Deutschland ist ein wichtiger Partner des Bezirks. „Sie hat eine führende Position als Anbieter verwaltungswissenschaftlicher Studiengänge. Außerdem ist sie größter Anbieter dualer Studiengänge in Nord- und Ostdeutschland.“ Prof. Dr. Arist von Schlippe, Akademischer Direktor des Wittener Institut für Familienunternehmen, hielt die einleitende Keynote, die im Anschluss zu einem wissenschaftlichen Austausch und angeregten Diskussionen der knapp 80 Teilnehmenden rund um den Status quo im Forschungsfeld Familienunternehmen führte.

 

Die EQUA-Stiftung, vertreten durch die Geschäftsführerin Dr. Rena Haftlmeier-Seiffert, stiftete in diesem Jahr die Preise für den „Best Research Award“, eine Auszeichnung der besten eingereichten Forschungsvorhaben und der „Best Research Idea“, eine Auszeichnung der besten neuen Forschungsidee, die beide das Forschungsfeld Familienunternehmen vorantreiben sollen. Die Forschungsvorhaben wurden in großer Runde kurz vorgestellt und im Laufe der Konferenz von allen Teilnehmern anonymisiert bewertet.

 

Der erste Konferenztag endete mit einem geführten Spaziergang durch das Bayerische Viertel. Am anschließenden Empfang nahmen unter anderem Olaf Höhn von Florida-Eis, Alexandra Knauer aus dem gleichnamigen Berliner Familienunternehmen und Uwe Glasenapp von ferrum Lasertechnik teil.

Der zweite Konferenztag stand ganz im Fokus der Forschung und dem Austausch der Forschenden. Prof. Dr. Leif Melin von der Universität Jönköping in Schweden hielt einen Vortrag über die erfolgreiche Entwicklung eines Forschungsinstitutes, Dr. Marc Betz stellte Hypnose als empirische Forschungsmethode vor und Prof. Dr. Alberto Gimeno von der ESADE in Spanien regte zum Nachdenken über die Forschungsrichtung an mit dem Titel: „Protecting the Past from the Future“.

Im Rahmen der Verleihung der EQUA-Awards wurden Sonja Kissing von der Universität Sankt Gallen mit dem Thema „Ungerechtigkeit in der Nachfolge“ mit dem „Best Research Question Award“ und Prof. Dr. Birgit Felden vom EMF Institut mit der Idee, Hypnose und andere alternative Forschungsmethoden zu untersuchen mit dem „Best Research Idea Award“ ausgezeichnet.

 

Die 8. Konferenz wird im März 2018 an der Universität Innsbruck stattfinden, das EMF-Institut wird wieder vertreten sein.