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Gaststudium für Geflüchtete: „Wir gehen den Weg weiter“

vom 11. April 2017

© HWR Berlin, Hallatschek

Wie können wir junge geflüchtete Frauen und Männer dabei unterstützen, sich zu integrieren und im besten Fall ein Studium in Deutschland aufzunehmen, fragte sich die HWR Berlin – und rief das Programm „JUST – Join us and Study“ ins Leben. Nach nunmehr einem Jahr zieht die Hochschule eine positive Bilanz.

 

Prof. Dr. Susanne Meyer, Vizepräsidentin der HWR Berlin für Studium und Studierendenservice, bringt es auf den Punkt: „Der Schlüssel für die Integration in ein Studium sind Deutschkenntnisse, weshalb in diesem Jahr unser Schwerpunkt auch beim Deutschunterricht mit studienvorbereitenden Ergänzungen liegt – dem Programm JUST-Deutsch.“

 

Hintergrund: In dem vom DAAD geförderten Programm „JUST – Join us and Study“ können sich Geflüchtete auf die Aufnahme eines Studiums an der HWR Berlin oder einer anderen deutschen Hochschule vorbereiten. Sie sind als Gaststudierende eingeschrieben, wobei die Gebühren vom Land Berlin übernommen werden. Das Studienprogramm setzt sich aus einer Kombination von Pflicht- und Wahlkursen zusammen.

 

Gerade hat am Campus Schöneberg der aktuelle Deutschkurs begonnen: Ein  Semester lang erhalten die Teilnehmer/innen des Programms 20 Unterrichtsstunden Deutsch pro Woche plus je 5 Stunden studienvorbereitende Kurse. Innerhalb von drei Semestern soll das Niveau C 1 erreicht werden, das die Aufnahme eines Studiums ermöglicht. Parallel läuft das Gaststudierendenprogramm JUST–Studium weiter, bei dem die geflüchteten Studierenden Leistungspunkte aus dem Fachstudium erwerben und an beliebigen Kursen im Studium Generale teilnehmen können.

 

„Wir freuen uns auch in diesem Semester über das sehr rege Interesse an beiden Programmteilen und hoffen, dass möglichst viele der Teilnehmenden das Semester mit einem Sprachzertifikat abschließen“, berichtet Prof. Meyer. „Nach einem ersten Jahr mit dem JUST-Programm haben wir wichtige erste Erfahrungen gemacht und sind bestätigt darin, studieninteressierten Flüchtlingen beim Zugang zum Hochschulstudium zu helfen. Diesen Weg möchten wir mit der finanziellen Unterstützung des DAAD, die das erst möglich macht, weitergehen.“

 

Auf die Frage, was sie persönlich und die Programmbeteiligten sich für die Zukunft wünschen, antwortet Prof. Meyer: „Auf jeden Fall wäre es schön, wenn die Beteiligung von Frauen stärker wäre. Von den 54 Bewerbungen für das Deutsch-Programm stammten leider nur 6 von Frauen. Das entspricht nicht dem Frauenanteil an der Gruppe der Geflüchteten insgesamt. Da versuchen wir, auch im Verbund mit anderen Berliner Fachhochschulen, Frauen noch viel stärker zur Teilnahme zu ermutigen.“

 

Die HWR Berlin versteht sich als weltoffene, international ausgerichtete Hochschule und damit auch als einen idealen Ort für die wichtige gesellschaftliche Aufgabe der Integration von Geflüchteten.  Die Hochschule und ihre Angehörigen sind sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung sehr bewusst – und nehmen diese selbstverständlich wahr.

 

Dies gilt natürlich auch für die HWR-Studierenden, sich sehr engagiert in das Programm einbringen. So ist für August erneut die von Studierenden organisierte Sommerakademie für Geflüchtete geplant, die im vergangenen Jahr ein großer Erfolg war und allen Beteiligten viel Freude gemacht hat. 2016 hatten rund 20 Teilnehmer/innen an der Students4Refugees Summer School teilgenommen, 32 HWR-Studierende (viele selbst mit internationalen Wurzeln) hatten als ehrenamtliche Referent/innen Workshops und Kurse konzipiert und durchgeführt.

 

Wer Interesse hat, sich ehrenamtlich im Rahmen der Students4Refugees Summer School zu engagieren, findet hier weiterführende Informationen.