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Regierungsberater/innen aus Vietnam an der HWR Berlin

vom 20. März 2017

Regierungsberater/innen aus Vietnam zum wissenschaftlichen Diskurs über eine integrative Gesellschaft an der HWR Berlin / © HWR Berlin, Schumann

Unter dem Titel „Praktische Strategien für soziale Integration“ hat die Hanns-Seidel-Stiftung eine Studienreise für Regierungsberater/innen der Republik Vietnam durch Frankreich und Deutschland organisiert. Mitte März 2017 lud die HWR Berlin die Teilnehmer/innen aus Fernost zu Fachgesprächen ein.

 

„Je größer die Ungleichheit in einem Land ist, desto geringer die Chance auf Entwicklung“, betont Prof. Dr. Hansjörg Herr, emeritierter Professor für Supranationale Integration der HWR Berlin. Dies gelte auch für Industrieländer der sogenannten Ersten Welt, warnt der Wirtschaftswissenschaftler. Als Gründe für die ökonomische Stagnation von Entwicklungsländern führt er an: die hohe Ungleichheit auf allen Ebenen der Gesellschaft, die ungenügende industrielle Entwicklung und zu geringe Produktivität sowie das Fehlen eines funktionierenden Finanzsystems, verbunden mit schlechtem makroökonomischen Management.

Gemeinsam mit Prof. Dr. Rainer Stachuletz, Professor für Betriebliche Finanz- und Investitionspolitik an der HWR Berlin, analysiert Herr seit vielen Jahren die ökonomische Entwicklung Vietnams. Die Wissenschaftler untersuchen Determinanten von ökonomischen Wachstumsraten, Investitionen in Staatsunternehmen, das Bankensystem, Leistungs- und Handelsbilanzen. Sie geben zu Bedenken, dass Vetternwirtschaft und Korruption in Verbindung mit zunehmend ungleicher Einkommensverteilung sozialen Sprengstoff bergen.

 

Der vietnamesischen Delegation, die auf ihrer Europareise an der HWR Berlin Station machte zum wissenschaftlichen Diskurs über die Anforderungen an eine inklusive Gesellschaft, gehören der Generaldirektor, Dr. Dao Quang Vinh, und andere hochrangige Vertreter/innen des Institute of Labour Science and Social Affairs. Auch der Generaldirektor, Trinh Giang Huong, und Abteilungsleiter des Informationszentrums der Nationalversammlung Vietnams informierten sich an der HWR Berlin zudem über das deutsche System der Hochschulbildung. Auf besonderes Interesse stieß dabei das Duale Studium und der Bereich akademische Weiterbildung. Auf beiden Gebieten, so erläutert HWR-Präsident Prof. Dr. Andreas Zaby, ist die mit 10 000 Studierenden zu den großen Hochschulen für angewandte Wissenschaften zählende HWR Berlin führend in Mittel- und Ostdeutschland. Zaby unterstreicht die internationale Ausrichtung in Lehre und Forschung und den regen Austausch mit den aktuell rund 170 Partnerhochschulen auf allen Kontinenten. Er hebt die langjährigen intensiven Beziehungen zu den drei akademischen Partnerinstitutionen in Ho Chi Minh City und Hanoi hervor.

 

"Im Dienst von Demokratie, Frieden und Entwicklung" – mit diesem Motto überschreibt die Hanns-Seidel-Stiftung ihre Arbeit und ihren Auftrag. Dies gilt gleichermaßen für das Engagement im Inland, wie im Ausland. Vietnam strebt bis 2020 die Schaffung einer inklusiven Gesellschaft an mit gleichen Rechten und Chancen für alle Bürgerinnen und Bürger. Vor diesem Hintergrund berät und unterstützt auch die Hanns-Seidel-Stiftung das Institute of Labour Science and Social Affairs in Vietnam. Auf dem Programm der Studienreise standen Besuche bei der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Paris, dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales, bei verschiedenen Sozialverbänden sowie dem Deutschen Bundesrat und zum Abschluss an der HWR Berlin.