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Wissenschaft kinderleicht – KinderUni Lichtenberg

vom 27. November 2017

© HWR Berlin, Schumann

Jedes Jahr im November lockt die KinderUni Lichtenberg (KUL) kleine „Nachwuchswissenschaftler/innen“ zu echten Vorlesungen nach Lichtenberg – in diesem Jahr bereits zum 15. Mal. Auch drei Professorinnen der HWR Berlin hatten diesmal spannende Themen vorbereitet.


Am 17.11. hielt Prof. Dr. Birgitta Sticher, Professorin für Psychologie am Fachbereich Polizei und Sicherheitsmanagement eine Vorlesung zum Thema „Warum brauchen wir Gefühle? Von Angst, Ärger, Wut, Freude und Traurigkeit“. Mit Fragen wie „Welche Gefühle gibt es? Haben Tiere Gefühle? Wie entwickeln sich Gefühle vom Baby bis zum 10-Jährigen? Wie entstehen Gefühle? Wie können wir unsere Gefühle steuern?“ weckte sie die Neugier der rund 150 kleinen Zuhörer/innen.

 

Um alle Kinder in der Altersspanne von 5 bis 13 Jahren mitzunehmen, gab es verschiedene Erklärungsebenen: Die jüngeren Kinder konnten anhand von Gesichtern Gefühle erraten, die älteren erfuhren Genaueres zur Entstehung der Gefühle und zum Gehirnaufbau.

 

Prof. Sticher, hat eine besondere Verbindung zur KUL: Seit der Premiere der kindgerechten Vorlesungsreihe im November 2003 hat sie bereits 9 Mal als Dozentin teilgenommen. Ihr Fazit: „Das Thema Gefühle hat die Kinder sehr interessiert – und mir hat es viel Spaß gemacht. Allerdings ist die Vorbereitung für ein so junges Publikum schon ziemlich zeitintensiv.“


Im Anschluss an die Vorlesung hatten die Kinder die Gelegenheit, Fragen zu stellen oder auch Feedback zu geben. Die Chance ergriff auch eine Mutter mit ihrem Sohn, der Angst vor seinen Klassenkamerad/innen hat, um sich Tipps zu holen.


Eine Einführung in der Welt der Arbeit gab Prof. Dr. Stefanie Lorenzen vom Fachbereich Wirtschaftswissenschaften am 18.11. Sie stellte ihrem Publikum die Frage: „Warum bekommt man für Hausaufgaben kein Geld?“ und war beeindruckt vom Verständnis der Kinder: „Die Kinder kamen schon mit einem sehr klaren Gefühl dafür, dass nicht alle Tätigkeiten, die anstrengend sind, vom Recht als Arbeit angesehen werden. Am meisten beeindruckt hat sie, dass noch vor etwas über 100 Jahren, die meisten von ihnen bis zu 10 Stunden täglich hätten arbeiten müssen, sogar im Bergbau oder ähnlichen gefährlichen Sektoren. Vielleicht hat das geholfen, Hausaufgaben als Bildung zum eigenen Vorteil zu akzeptieren – ganz ohne Geld. Klare Vorstellungen hatten die jungen Zuhörer/innen auch dazu, dass höhere Qualifikation sich auf das Gehalt auswirkt, aber auch dazu, dass es beim Lohn viele ungerechte oder unklare Phänomene gibt.“

 

Zum Ausklang der diesjährigen KUL erläuterte Prof. Dr. Tanja Hollmann, Professorin für Rechtsmedizin und Kriminaltechnik, in ihrer Vorlesung am 24.11., was Knochen alles über den Menschen, dem sie gehörten erzählen können. Ihr Resümee: „Ich fand die Veranstaltung besonders. Die Kinder waren sehr konzentriert und interessiert und haben bei den gestellten Aufgaben blitzschnell mitgemacht. Ich denke, es ist gelungen, den Kindern Wissenschaft spielerisch nahezubringen, aber auch über die Auswirkungen von Gewalt zu sprechen.“ Besonders beeindruckt habe sie „der vorsichtige Umgang der Kinder mit den mitgebrachten Knochen“.

 

Die vielen begeisterten Kommentare der Kinder im Anschluss an die verschiedenen Veranstaltungen belegen: Auch im 15. Jahr war die KinderUni Lichtenberg ein voller Erfolg!