Müller, Hans-Peter
Wilke, Manfred
Quo vadis, IG Metall?
Deutscher Instituts-Verlag, Köln 2004
ISBN 3-602-14642-1
Die IG Metall erlebte im Sommer 2003 den spektakulärsten Personal- und Richtungskonflikt in der deutschen Gewerkschaftsgeschichte. Der Richtungsstreit betraf das Kerngeschäft: die Tarifpolitik in ihrer IG-Metall-typischen Form des gewerkschaftlichen Aktivismus. Die vorliegende Analyse geht von der These aus, dass mit dem verlorenen Streik in Ostdeutschland eine fast 50-jährige Erfolgsgeschichte zu Ende ist.
Auf ihrem 20. Gewerkschaftstag hat die IG Metall ihr Führungsproblem entschieden, nicht aber ihren Richtungskonflikt. Zum ersten Mal kann die IG Metall ihren tradierten Führungsanspruch nicht mehr einlösen, stellvertretend für die deutschen Gewerkschaften ein Aktionsprogramm von 1954 analoge Handlungsrichtschnur für die Stagnationsperiode zu formulieren.
Die Frage "Quo vadis, IG Metall?" endet somit derzeit im Patt zwischen zwei Lagern, die die Schlüsselbegriffe der Zukunft bereits defensiv verwenden: Flexibilisierung und Differenzierung. Aber noch blockieren sich beide gegenseitig auf dem Weg in eine innovationsstützende Tarifpolitik der Zukunft.
Hans-Peter Müller ist Lehrbeauftragter an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin und Privatdozent an der FU Berlin.Manfred Wilke ist Professor für Wirtschaftssoziologie an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin.



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