Gender in Lehre und Forschung
An der HWR Berlin werden verschiedene Aktivitäten durchgeführt:
- Gender-Professuren
- Gender Studies
- Wahlpflichtfach: Ökonomie und Geschlechterverhältnis
- Genderaspekte in die Module
Einige wirtschaftswissenschaftlichen Aktivitäten werden am Institut für Ökonomie und Geschlechterforschung gebündelt:
Gender-Professuren
Als explizite Gender-Professur lehren und forschen
- Prof. Dr. Claudia Gather (Fachbereich Wirtschaftswissenschaften)
mit der Denomination: Sozialwissenschaft, mit dem Schwerpunkt Wirtschaft und Geschlechterverhältnis.
- Prof. Susanne Sonnenfeld (Fachbereich Rechtspflege)
mit der Denomination: Familienrecht; Rechtswirkungsforschung und Jugendorganisation unter besonderer Berücksichtigung der Rolle der Frauen. Fr. Sonnenfeld ist zudem anteilig in ihrem Lehrdeputat freigestellt, um sich der Frauen- und Genderforschung zu widmen.
Mehrere weitere Professuren trugen in ihrer Ausschreibung den Zusatz:
„Auf die Einbeziehung geschlechtsspezifischer Aspekte wird Wert gelegt.“
Folgende Personen füllen diese Professuren aus:
- Prof. Dr. Friederike Maier (Volkswirtschaftslehre)
- Prof. Dr. Beate Klutmann (Betriebspsychologie)
- Prof. Dr. Dorothea Schmidt (Wirtschafts- und Sozialgeschichte)
- Prof. Dr. Laila Hofmann (Allgemeine BWL, mit dem Schwerpunkt Personalmanagement)
- Prof. Dr. Martin Kronauer („Strukturwandel und Wohlfahrtsstaat in internationaler Perspektive“)
Gender Studies
In den vergangenen Jahren konnten an der HWR Berlin unterschiedliche Aktivitäten entwickelt und umgesetzt werden, die auf die Bedeutung des Geschlechterverhältnisses in den Wirtschaftswissenschaften gerichtet sind. So war es 1991 möglich, den Studienbereich "Frauen und Wirtschaft" als Wahlpflichtfach im Hauptstudium zu etablieren, der, wie alle anderen Schwerpunkte interdisziplinär - aus gesamtwirtschaftlicher, betriebswirtschaftlicher, gesellschaftlicher und rechtlicher Perspektive - angelegt ist. Dieser Studienschwerpunkt wurde mit der Verabschiedung der neuen Studienordnung im Sommersemester 1997 nicht nur unter neuem Titel "Ökonomie und Geschlechterverhältnis" aufgenommen, sondern konnte in konzeptioneller und quantitativer Hinsicht erweitert und in seiner institutionalisierten Qualität bestätigt werden. Neben diesem Kern der geschlechtsspezifischen Lehrangebote werden einige Sonderveranstaltungen im Studium Generale durchgeführt.
Das derzeitige Themenfeld "Ökonomie und Geschlechterverhältnis" ist im Bachelor-Studiengang „Business Administration“ am Fachbereich 1 „Wirtschaftswissenschaften“ angesiedelt und hat als Wahlpflichtfach und damit als "kleines Tätigkeitsfeld" 12 Semesterwochenstunden. Es ist fest in der Studien- und Prüfungsordnung institutionalisiert und wird regelmäßig jedes Semester angeboten. Darüber hinaus gibt es auch eine aktive Kooperation mit dem Studiengang "Gender Studies" der Humboldt Universität zu Berlin, deren Studierende dieses Studienangebot an der HWR Berlin studieren und anschließend an der HU Berlin anerkannt bekommen.
Wahlpflichtfach: Ökonomie und Geschlechterverhältnis
Zielsetzung: Der inhaltliche Leitgedanke ist, geschlechtsspezifische Strukturierungsprozesse in Wirtschaft und Gesellschaft zu untersuchen sowie verschiedene Erklärungsansätze für die Entstehung und Verfestigung des Geschlechterverhältnisses auf ihre Relevanz/Tragfähigkeit hin zu überprüfen. Dabei wird deutlich, dass nur durch Veränderungen in der betrieblichen, ökonomischen, gesellschaftlichen und juristischen Praxis Chancengleichheit erreicht werden kann. Die theoriegeleitete Vermittlung und empirisch/praxisorientierte Erarbeitung der Studieninhalte soll die Absolvent/innen des Studiengangs Wirtschaft in die Lage versetzen, diskriminierende Strukturen und Praxen analysieren zu können und konkrete Handlungsmöglichkeiten zu erarbeiten.
Lehrinhalte: Vier thematisch orientierte Lehrveranstaltungen knüpfen an den bisherigen Schwerpunkten des Studiums an, erweitern und vertiefen die nachstehenen Aspekte. Beispielsweise wurden folgende Veranstaltungen angeboten:
- Geschlechterverhältnis im Betrieb
- Gesamtwirtschaftliche Aspekte der geschlechterspezifischen Arbeitsteilung
- Geschlechterverhältnis und Gesellschaft
- Rechtliche Aspekte der Gleichstellung
Lehrmethode: seminaristischer Unterricht mit Referaten, Vorträgen und Exkursionen.
Lehrende in den Gender Studies waren in den letzten Jahren:
Prof. Dr. Miriam Beblo, Dr. Sabine Berghahn, Dr. Andrea H. Carl, Prof. Dr. Claudia Gather, Prof. Dr. Hildegard Heise, Prof. Dr. Marita Körner, Dr. Anna Krehnke, Prof. Dr. Gisela Landrock, Prof. Dr. Stefanie Lorenzen, Prof. Dr. Friederike Maier, Dr. Renate Ortlieb, Dr. Hildegard Theobald, Prof. Dr. Heike Wiesner
Die Verankerung des Wahlpflichtfaches "Ökonomie und Geschlechterverhältnis" ist in mehrspurige Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten eingebettet und kann auch heute noch als Novum an einer Fachhochschule gewertet werden.
Die wirtschaftswissenschaftliche Geschlechterforschung sowie die Praxiskontakte sind seit 2000 im Harriet Taylor Mill-Institut der HWR Berlin gebündelt.
Genderaspekte in die Module
Alle Wissenschaftlerinnen des Harriet-Taylor-Mill-Instituts bringen die Ergebnisse ihrer Forschung einerseits in die Lehre ein. Anderseits beraten sie die Hochschule bei der Entwicklung der neuen Bachelor/Master-Studiengänge bei der Aufnahme von Genderinhalten in geeignete Lehrmodule und helfen dabei mit, die Studiengänge zu „gendern“.
Ziel war die Erarbeitung des Standes der Erforschung geschlechtsspezifischer Aspekte des Fachgebietes im deutsch- und englischsprachigen Raum. Diese Ergebnisse wurden 2007/08 im Rahmen von Workshops einer breiten Fachöffentlichkeit vorgestellt. Gemeinsam mit den Kommentator/innen wurde dann an der Entwicklung von Eckpunkten für Gender-Module der Fachgebiete begonnen. Somit konnten sich die HWR-Lehrenden inhaltlich mit dem Thema „Einbeziehung von Genderaspekten“ auseinandersetzen.
Seit Oktober 2008 wird die Verankerung von Genderaspekten von Christiane Krämer, angesiedelt im HTMI, betreut. Das Projekt „Verankerung von Genderaspekten in der Lehre“ hat die Integration von Genderaspekten in die Fachgebiete und Lehrveranstaltungen an der Hochschule zum Ziel. Hierzu wird ein Expertinnenpool aufgebaut, über den alle Lehrenden Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Unternehmenspraxis zu Genderthemen in ihre Lehrveranstaltung einladen können. In einer interdisziplinären Arbeitsgruppe werden weitere implizite Genderinhalte erarbeitet, die dann in Lehrpaketen (Genderpackages) zur Verfügung gestellt werden.
Ergänzend werden Weiterbildungsveranstaltungen zu geschlechtergerechter Sprache, Didaktik und Medienarbeit angeboten. Die Ergebnisse des Projektes sollen einer breiten Fachöffentlichkeit bekannt gemacht und die Vernetzung mit anderen Hochschulen zu Genderaspekten in der Lehre ausgebaut werden.


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