Zur Semestereröffnung im Studium Generale

Vortrag von Julia Friedrichs (mit Diskussion)

WAS SICH NICHT RECHNET – ABER ZÄHLT

Gedanken über Studium, Karriere und Ideale

 

Zeit: Montag, 2. November 2015 um 14 Uhr

Ort: Campus Schöneberg, Hörsaal B 4.01

Veranstalter: Studium Generale an der HWR

 

Julia Friedrichs, die wir zur Semestereröffnungs-Vorlesung des Studium Generale eingeladen haben, ist eine der profiliertesten Journalistinnen der jüngeren Generation. Sie arbeitet heute als freie Publizistin und hat viel diskutierte Bücher geschrieben, die Gewinner und Verlierer in der deutschen Gesellschaft porträtieren: die „Elite“ (2008), die „Unterschicht“ (2009) und neuerdings die „Erben“ (2015). 2014 erhielt Julia Friedrichs den „Medienpreis Bildungsjournalismus“ der Deutschen Telekom Stiftung.

 

Bekannt geworden ist Julia Friedrichs im Jahr 2006 durch eine Reportage in der ZEIT: „McKinsey und ich“.Sie hatte sich zu Recherchezwecken bei der Beraterfirma beworben und wurde zum Assessment-Center in ein griechisches Fünf-Sterne-Hotel (inklusive Segeltörn in der Ägäis) eingeladen. Das anschließende Karriereangebot hat sie ausgeschlagen. Diese Erlebnisse und weitere Visiten in einschlägigen Kreisen fanden Eingang in Buch, das schon die 8. Auflage erreicht hat: „Gestatten: Elite – Auf den Spuren der Mächtigen von morgen“. Die FAZ lobt die Tiefenschärfe von Julia Friedrichs Recherchen: „Sie hat mit Menschen gesprochen, die sich nicht jedem Journalisten öffnen, hat hartnäckig nachgefragt bei Konzernen, die ungern Auskünfte geben, schildert Ungereimtheiten, nennt Gehälter und lässt leere Sprechblasen zerplatzen.“

 

In einer weiteren Studie spürt Julia Friedrichs den gesellschaftlichen Veränderungen seit der Finanzkrise nach. Das Buch trägt den Titel “Ideale: Auf der Suche nach dem, was zählt“. Hier reicht das Spektrum der beobachteten und befragten Menschen vom Absolventen der teuren Privatschule über den Topmanager und den Finanzberater bis zur Armenärztin, zum engagierten Erzieher und zur Umweltaktivistin. Julia Friedrichs Blick ist unbefangen und genau. Sie stellt keinen der Erfolgreichen, mit denen sie sprach, unter den vorschnellen Verdacht, mit dem Gemeinwohl nichts am Hut zu haben. Was ihr jedoch auffiel: Viele der ‚Prominenten’ aus Wirtschaft, Politik, Kultur und Medien empfanden sich selbst irgendwann einmal als Idealisten. Welche Ideale hatten sie? Konkrete oder beliebige? Auf das Ich oder auf die Gesellschaft bezogene?

 

Auf ihren Erkundungen in der deutschen Gesellschaft traf Julia Friedrichs auf Individuen mit verlorenen, bewahrten oder veränderten Idealen. Auf Menschen, für die nur zählt, was sich rechnet, und solche, die sich fragen, was wirklich zählt. Davon will sie berichten – und mit den Studierenden darüber sprechen, was diese selbst sich von Studium und Beruf erwarten.

 

Wir freuen uns auf einen Vortrag und die Gelegenheit zum Gedankenaustausch über Erfahrungen, Wünsche, Sichtweisen – und womöglich Ideale.


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