Dienstag, 29. Juni 2010 um 18.00 UhrNichts gelernt aus der Finanzkrise? Banken und Staat zwischen Markt, Moral und Regulierung.

Veranstaltungsort: Haus B, Raum 404, Campus Schöneberg
Veranstalter: Studium Generale
studio.generale@hwr-berlin.de
 
 

Am Ende seines sehr gut besuchten Vortrags im Studium Generale stellte Harald Schumann (Redakteur des Tagesspiegels) am 26. Mai die Frage, welche Politik dem kritischen Befund, dass sich in der Finanzkrise die „Demokratie als Illusion“ erweisen könnte, entgegenwirken kann. Diesem Thema widmet sich nun eine Podiumsdiskussion unter dem Titel „Nichts gelernt aus der Finanzkrise? Banken und Staat zwischen Markt, Moral und Regulierung.“

Zur Debatte steht damit das Verhältnis von Ökonomie und Politik, in diesem Falle das von Banken und Staat. Zu fragen ist, wie die Märkte, die Moral der Bankenmanager und die staatliche Regulierung zur Krise beigetragen oder sie verschärft haben. Und welche Rolle sollten sie bei der Bewältigung der Krise und ihrer Folgen spielen?

Unsere Diskussionsteilnehmer aus Publizistik und Wissenschaft, Wirtschaft und Politik versprechen ein Streitgespräch auf hohem Niveau und neue Einsichten aus verschiedenen Blickwinkeln. Es sind:

  • Marc Brost ist Leiter des Berliner Büros der ZEIT und schreibt seit mehreren Jahren über wirtschaftliche und wirtschaftspolitische Themen. In dieser Rolle hat er alle Phasen der Finanzmarktkrise aus der Nähe beobachtet (à Pdf-Datei). Er wird die Diskussion nicht nur moderieren, sondern auch kurz seine Eindrücke vom G-20-Gipfel in Toronto geben, der am 27. Juni zu Ende geht und über den er für seine Wochenzeitung berichtet.

  • Henrik Enderlein ist einer der bekanntesten deutschen Politischen Ökonomen. Er hat sich intensiv mit der Finanzmarktkrise auseinandergesetzt und Ratschläge zu deren Eindämmung entwickelt. An der Hertie School of Governance Berlin, deren stellvertretender Dekan er ist, hat Enderlein erst Ende April 2010 eine öffentliche Diskussion „Phönix aus der Asche? Die Banken und die Krise“ organisiert und geleitet. Zur Finanzkrise hat er regelmäßig publiziert (à Pdf-Datei). 

  • Gerhard Schick sitzt für die Partei Bündnis 90/Die Grünen im Deutschen Bundestag und ist finanzpolitischer Sprecher seiner Fraktion. Über die Finanzkrise hat er sich als Mitglied das Banken-Untersuchungsausschusses aus erster Hand ein Bild verschafft und dabei wichtige Erfahrungen über Macht und Ohnmacht ‚der Politik’ in der Finanzkrise gesammelt. 

  • Otto Steinmetz war bis zum Jahre 2008 bei deutschen Großbanken in Führungspositionen tätig, zuletzt als Risikovorstand der Dresdner Bank. Am 29. Januar 2010 hat er in der Süddeutschen Zeitung ein stark beachtetes, für einen Vertreter des Bankgewerbes ungewöhnlich offenes Gespräch geführt, das den Titel trug: “Die Politik muss den Banken Ketten anlegen.“ (à Pdf-Datei) Sein Verständnis von Risikomanagement umfasst weit mehr als das Banking; so engagiert sich Otto Steinmetz auch für Ziele des Klimaschutzes.

 

Wie die kurze Vorstellung der Podiumsteilnehmer zeigt, können wir eine lebendige Debatte erwarten, in der die sowohl Ursachenforschung betrieben als auch politische Antworten gesucht werden. Das Publikum ist zur Diskussion ausdrücklich eingeladen.