Dienstag, 12. Oktober 2010 um 10.00 UhrStudium Generale: "...Irgendwas mit Wirtschaft!" Wozu studiert man eigentlich Wirtschaftswissenschaften? Vortrag von Prof. Dr. Alfred Kieser (Universität Mannheim) zur Semestereröffnung

Veranstaltungsort: Haus B, Raum 401, Campus Schöneberg
Veranstalter: Studium Generale an der HWR Berlin
studio.generale@hwr-berlin.de
 
 

Die Veranstaltung

Zur Eröffnung des Semesters ist im Rahmen des Studium Generale ein kompetenter und zugleich ungewöhnliche Wirtschaftswissenschaftler eingeladen: Alfred Kieser, Professor für Allgemeine BWL an der Universität Mannheim, präsentiert als weithin angesehener Hochschullehrer und Forscher in seinem Vortrag seine Beobachtungen, Erkenntnisse und Gedanken zum wirtschaftswissenschaftlichen Studium.  

Alfred Kieser wendet sich in dem Vortrag vor allem (aber nicht nur) an die Erstsemesterstudenten, die ihre Ausbildungsgänge an der HWR Berlin aus den verschiedensten Motiven gewählt haben. Nicht selten stand am Beginn der Studienwahl der Rat von Eltern oder Lehrern oder Freunden:
„…Irgendwas mit Wirtschaft!“. Was aber könnte Zweck und Sinn eines wirtschaftswissenschaftlichen Studiums sein? Erschöpft es sich in der fachlichen Vorbereitung auf die ‚Karriere’? Der Vortrag soll den neuen Mitgliedern der HWR einen ersten Überblick über die Möglichkeiten des Studierens bieten. Kieser lädt aber auch die höheren Semester und die Lehrkräfte zum Nachdenken über den Sinn des wirtschaftswissenschaftlichen Studiums und über dessen Praxisbezug ein.

Kiesers Publikationen umfassen Standardwerke, wichtige Lehrbücher und zahlreiche wissenschaftliche Artikel. Einige Beispiele: Handwörterbuch der Führung (Hrsg. mit Gerhard Reber und Rolf Wunderer), 1995; Unternehmungspolitik (mit Walter A. Oechsler), 2. Auflage 2004; Organisationstheorien (Hrsg. mit Mark Ebers), 6. Auflage 2006; Organisation (mit Peter Walgenbach), 5. Auflage 2007. In Vorbereitung ist ein neues Buch über die Geschichte der Organisation.

Alfred Kieser stellt immer wieder kritische, mitunter ironische Fragen an die Wirtschaftswissenschaften. Das zeigt eine Auswahl seiner Aufsatztitel:

  • „Mit der Theorie die wilde Praxis reiten, valleri, vallera, valleri?“
  • „Moden und Mythen des Managements“
  • „The Americanization  of Academic Management Education in Germany“
  • „Lernen, nicht zu lernen“
  • „Jeder Mitarbeiter ein Unternehmer?“
  • „Wissen Manager, ob Beratung ihr Geld wert ist?“
  • „Versuch, das unglaubliche Wachstum des Beratungsmarktes zu erklären“
  • „Die Konstruktion von Organisationen mithilfe von Metaphern“

Ferner hat Professor Kieser gründlich über die „Entwicklungsperspektiven der wirtschaftswissenschaftlichen Ausbildung in Deutschland“ nachgedacht und ein „Konzept zur Einführung von  Bachelor- und Masterstudiengängen an wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten“ mit entworfen.

Kurzum: Wir haben zur Eröffnung des Semesters einen der kompetentesten, auch  in ungewohnten Bahnen denkenden Wirtschaftswissenschaftler eingeladen und freuen uns auf diese Begegnung.