Veranstaltung | FÖPS-Werkstattgespräch

Todesopfer rechter Gewalt – Blinde Flecken der Erfassung?

Mi
01.12.

Uhrzeit
Kosten

kostenfrei

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Veranstalter/in

Forschungsinstitut für Öffentliche & Private Sicherheit (FÖPS Berlin)

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Die rassistische Gewaltwelle zu Beginn der 1990er Jahre ist Teil des kollektiven Gedächtnisses geworden. Orte wie Solingen, Mölln und Rostock-Lichtenhagen wurden durch sie zu Synonymen für rechte Gewalt. Das Erscheinungsbild vieler damaliger Täter mit Bomberjacken und Springerstiefeln prägt zudem bis heute die Wahrnehmung des subkulturellen Rechtsextremismus in Deutschland.

Seit nunmehr 20 Jahren besteht eine Kontroverse darum, wie viele Todesopfer rechter Gewalt seit dieser Welle in Deutschland zu verzeichnen sind. Sicherheitsbehörden klassifizieren aktuell 109 Tote als Opfer rechtsmotivierter Delikte, Recherchen von Journalist*innen zählen hingegen 187 Fälle mit steigender Tendenz.

In diesem Werkstattgespräch wird das polizeiliche Erfassungssystem politisch motivierter Kriminalität betrachtet, um die Ursachen dieser Diskrepanz zu ergründen. Dies geschieht anhand eines Vergleichs von zehn Tötungsdelikten der Jahre 1992/93 aus Nordrhein-Westfalen, bei denen ein politisches Motiv als strittig bzw. erwiesen gilt.

Der Vortrag greift folgende Fragen auf:

  • Warum steht das polizeiliche Erfassungssystem in der Kritik?
  • Was ist die Schwierigkeit am Begriff „politisches Motiv“?
  • Müssen als strittig geltende Fälle nachträglich anders bewertet werden?

Felix Lange hat Kriminologie, Kriminalistik und Polizeiwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum studiert und in seiner Abschlussarbeit anhand von Verfahrensakten und Urteilen Verdachtsfälle von Todesopfern rechtsmotivierter Gewalt untersucht.

Die Veranstaltung wird von Dr. Helmut Tausendteufel moderiert, Gastprofessor für Kriminologie an der HWR Berlin.

Teilnahme Online

Für die Online-Teilnahme ist keine Anmeldung erforderlich. Die komplette Veranstaltung wird über den BigBlueButton-Videokonferenzserver der HWR Berlin übertragen. Sie können daran über folgenden Link teilnehmen: https://meet.hwr-berlin.de/b/lud-xgk-tyc. Für die Teilnahme werden keine Login-Daten benötigt. Der Meetingraum wird 30 Minuten vor Veranstaltungsbeginn geöffnet. Um sich im Chat / an der Diskussion beteiligen zu können, empfehlen wir Ihnen, den Link über Google Chrome oder Microsoft Edge aufzurufen – bei anderen Browsern kann es u.U. zu Einschränkungen kommen.

Eine Veranstaltung des Forschungsinstituts für öffentliche und private Sicherheit (FÖPS Berlin) an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin: www.foeps-berlin.org

Hier können Sie den Veranstaltungshinweis herunterladen.