„Im Sinkflug?! – Defizite des europäischen Insolvenzrechts im Insolvenzfall Air Berlin und NIKI Luftfahrt GmbH“

Podiumsdiskussion

 

Am 14.12.2017 ‒ in der Vorweihnachtszeit ‒ stellte die NIKI Luftfahrt GmbH (Wien) aus dem AirBerlin-Konzern ihren Geschäftsbetrieb ein und meldete Insolvenz an. Die NIKI sollte eigentlich aus der AirBerlin-Insolvenz herausgehalten und an einen Interessenten verkauft werden. Das AG Charlottenburg erließ Sicherungsmaßnahmen, insbesondere entzog es der NIKI die Verwaltungs- und Verfügungsbefugnis über ihr Vermögen und setzte einen vorläufigen Insolvenzverwalter ein, der den geplanten Verkauf des Geschäftsbetriebs erfolgreich verhandeln konnte.

 

Diese Maßnahmen des Gerichts wurden jedoch durch den Gläubiger Fairplane angegriffen. Die Begründung: Das Amtsgericht sei nach den Vorschriften des Europarechts nicht zuständig. Es folgte eine intensive rechtliche Auseinandersetzung, deren Folge auch große Unsicherheit hinsichtlich des bereits ausverhandelten Übertragungsvertrages war. Für Mitarbeiter/innen und Beteiligte war dies zermürbend und führte zu großer Verunsicherung.

 

Schließlich wurde das Insolvenzverfahren über das Vermögen der NIKI  in Österreich am Satzungssitz der Gesellschaft eröffnet, während in Berlin - am Ort der tatsächlichen Geschäftsführung – lediglich ein untergeordnetes Sekundärinsolvenzverfahren eröffnet werden konnte.

 

Zwei Insolvenzverwaltungen in zwei EU-Mitgliedstaaten bezogen auf eine Schuldnerin und eine Insolvenzmasse. Kann so etwas gutgehen? Insbesondere wenn unter hohem Zeitdruck wichtige Verträge mit Investoren verhandelt werden müssen, die für das Unternehmen überlebenswichtig sein können. Müsste das (europäische) Insolvenzrecht hier nicht von vornherein mehr Klarheit und Rechtssicherheit schaffen, um einen belastbaren rechtlichen und tatsächlichen Rahmen für Sanierungsverhandlungen bereitzustellen? Können rechtliche Defizite durch persönliche Schlüsselkompetenzen der beteiligten Kompetenzträger kompensiert werden?

 

Darüber diskutieren am 13.6.2018 an der HWR Berlin namhafte Experten. Studierende wirtschaftsrechtlicher Studiengänge, Studierende der Rechtspflege, Praktiker aus dem Bereich des Insolvenzrechts und alle Interessierten sind sehr herzlich eingeladen!

 

Podiumsteilnehmer:
Richter am AG Martin Horstkotte, AG Charlottenburg, Berlin
Rechtsanwalt Stefan Denkhaus, BRL BOEGE ROHDE LUEBBEHUESEN, Hamburg
Prof. Dr. Christoph Paulus, LL.M. (Berkeley), Humboldt-Universität zu Berlin
Rechtsanwalt Oliver Sietz, Voigt Salus Rechtsanwälte, Berlin
Prof. Dr. Matthias Nicht, HWR Berlin

Veranstaltungsdetails
im Überblick

Datum und Uhrzeit

13. Juni 2018

17 Uhr

 

Veranstaltungsadresse

Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin
Campus Schöneberg
Badensche Straße 52
10825 Berlin


Alte Bibliothek im Haus B

Raum 2.20

 

Veranstalter

Studium Generale

 

Anfahrt

 

Weitere Informationen