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Richtlinie der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin zum Schutz vor sexualisierter Diskriminierung, Belästigung und Gewalt

Entsprechend der Satzung zur Verwirklichung der Chancengleichheit der Geschlechter wurde eine Richtlinie erlassen, die den Umgang bei Vorfällen von sexualisierter Diskriminierung, Belästigung und Gewalt regelt.

 

Ziel der Richtlinie ist es einerseits, den Betroffenen klare Informationen zu geben, an wen sie sich im Ernstfall wenden können, und andererseits, allen Mitgliedern der HWR Berlin klare Regeln zur Verfügung zu stellen, wie mit konkreten Vorfällen umgegangen werden muss.

 


Gleichstellungskonzept 2016

Anfang 2016 hat die HWR Berlin ein Gleichstellungskonzept mit Zielzahlen für den Bereich „Studiengänge mit geringen Frauenanteilen bei den Studierenden“ und „Frauenanteile an den Professuren nach Fachbereichen“ beschlossen. Nach einer Stärken-Schwächen-Analyse der Gleichstellungspolitik der Hochschule werden aktuelle Herausforderungen und Handlungsbedarf beschrieben. Abgeleitet daraus werden Maßnahmen für eine durchgängige, transparente, chancengleiche und leistungsgerechte Gleichstellung sowie für die Geschlechterforschung aufgeführt. Das Konzept wurde nach den Allgemeinen Gleichstellungsstandards der Berliner Hochschulen aufgestellt.

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Frauenförderrichtlinie der HWR Berlin (bzw. FHW Berlin)

Die FHW Berlin hat sich 1992/1993 mit Unterstützung der Frauenbeauftragten eine Frauenförderrichtlinie gegeben, in der frauenpolitische Ziele und Maßnahmen festgehalten sind. Damit hat sich die FHW Berlin zum Ziel gesetzt, auf die Gleichstellung von Frauen und Männern in der Hochschule hinzuwirken. Strukturelle Benachteiligungen von Frauen sollen beseitigt und gleiche Entwicklungsmöglichkeiten sichergestellt werden. Angestrebt wird insbesondere eine höhere Repräsentanz von Frauen in der Lehre und die Veränderung der Lerninhalte durch die Integration geschlechtsspezifischer Fragestellungen. Diese Frauenförderrichtlinie ergänzt und konkretisiert die gesetzliche Verpflichtung zur Gleichstellung der Geschlechter.

 

Die Frauenförderrichtlinie (FFR) enthält u. a. Bestimmungen zu folgenden Aspekten:

Stellenausschreibung und Auswahlverfahren; Einstellungen und Aufstiegsmöglichkeiten; Arbeitszeit; Qualifizierungsmaßnahmen; Schwangerschaft und Kinderbetreuung; Frauenrat und Frauenbeauftragte; Beanstandungs- und Beschwerderechte; sexuelle Belästigung; Geschlechterparität und Sprachform.

 

In § 7 (2) FFR heißt es zum Beispiel:

Frauenspezifische Themen werden als integraler Bestandteil in die Studienordnung aufgenommen; sie sind als Inhalte in Pflicht- und Wahlpflichtfächern zu verankern.

Auch soll die Vereinbarkeit von Studium, Beruf und Familie durch geeignete Maßnahmen erleichtert werden (vgl. § 8 FFR), was sich in der Terminierung von Lehrveranstaltungen, der Einrichtung einer Kindertagesstätte und der Änderung der Studien- und Prüfungsordnung niederschlägt oder bereits niedergeschlagen hat.

 

Die vollständige Frauenförderrichtlinie ist im Frauenbüro erhältlich und im Mitteilungsblatt 08/1993 (FFRL) veröffentlicht worden.

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Berliner Programm zur Förderung der Chancengleichheit für Frauen in Forschung und Lehre (BCP) bis 2020

Das Land Berlin setzt sich angesichts der Tatsache, dass Frauen in Forschung, Lehre und auf allen wissenschaftlichen Qualifikationsebenen weiterhin unterrepräsentiert sind, für eine gezielte Frauenförderung von exzellenten Forscherinnen ein. Das Berliner Chancengleichheitsprogramm (BCP) hat sich seit seiner Einführung 2001 zu einem wichtigen Instrument der Hochschulgleichstellungspolitik entwickelt.

 

Neben anderen Berliner Hochschulen erhielt die HWR Berlin die Bewilligung für Frauenfördermaßnahmen: Ein wesentlicher Teil wird vollständig vom BCP finanziert. Der Grundsatz der Förderung zielt auf die Bestenauslese und garantiert so eine Förderung auf höchstem Niveau. Jährlich stehen dafür Mittel von bis zu 3,8 Mio. Euro zur Verfügung. Die HWR Berlin fördert mithilfe von Finanzmitteln des BCP regelmäßig Frauen in ihren unterschiedlichen Qualifikationsphasen sowie die Entwicklung von innovativen Genderprojekten an der Hochschule.

 

Das mit Mitteln des BCP 2010 begonnene und erfolgreiche HWR-StipendienProgramm für Absolventinnen von Berliner Fachhochschulen zur Vorbereitung und Erstellung von Dissertationen wird seit 2016 auf Basis von Promotionsstellen fortgeführt. Diese Art der Förderung des weiblichen wissenschaftlichen Nachwuchses an Fachhochschulen stellt einen Baustein einer strategisch orientierten Frauenförderung der HWR Berlin dar, die darauf ausgerichtet ist, einzelne Frauen auf eine Professur zu qualifizieren und langfristig ein eigenes kleines Rekrutierungspotential für Professorinnen an Fachhochschulen herauszubilden. Durch die Reformen im deutschen Hochschulsystem haben sich die Voraussetzungen für Fachhochschulabsolventinnen, die eine Promotion anstreben, verbessert. Dennoch begegnen den Promotionsinteressierten in der Praxis noch immer Vorurteile und besondere Hürden wie zusätzliche Vorleistungen, z. B. der Erwerb bestimmter Credits oder Prüfungen an deutschen Universitäten.

Seit 2016 sind vier Positionen mit herausragenden Fachhochschulabsolventinnen der HWR Berlin besetzt. Die HWR konnte gute Erfolge mit ihrem bisherigen Promotionsförderprogramm erzielen, da bereits viele Promotionen realisiert werden konnten und mehrere Frauen reguläre Professuren sowie Gast- und Vertretungsprofessuren angetreten haben.

 

Innovative Projekte, die vom BCP gefördert werden, sind beispielsweise der Aufbau des Harriet Taylor Mill-Instituts sowie die Entwicklung der aktuellen Weiterbildung „Strategische Kompetenz für Frauen in Aufsichtsräten“ durch das BCP unterstützt.

Als besonders nachhaltiges Instrument wurden zahlreiche Frauen auf vorgezogene Nachfolgeprofessuren an die HWR Berlin berufen, so dass sie zeitgleich neben dem demnächst ausscheidenden Stelleninhaber/in lehren und vorzeitig eine Lebenszeitprofessur besetzen konnten. Die derzeitige Förderung bis zum Jahr 2020 ermöglicht drei vorgezogene Nachfolgeberufungen im Fachbereich Polizei und Sicherheitsmanagement, darunter zwei juristische und eine politikwissenschaftliche Professur. Im Fachbereich Duales Studium Wirtschaft • Technik wird eine vorgezogene Nachfolgeberufung für Volkswirtschaftslehre gefördert sowie eine im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften für Arbeitspsychologie samt wissenschaftlicher Mitarbeiterin.

Die HWR Berlin beteiligt sich zudem an einem Berlin hochschulübergreifenden Graduiertenprogramm zum Thema „Digitalisierung“, mit dem u.a. die Promotionsmöglichkeiten für Absolventinnen von Fachhochschulen in Berlin verbessert werden sollen.

 

 

Weitere Informationen:

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Instrument: Vorgezogene Nachfolgeberufungen für Frauen

Im Wettbewerb mit anderen Hochschulen konnte die HWR Berlin (bzw. ihre beiden Vorgängereinrichtungen) die Fördermittelgeber von Bund und Land bereits zweimal mit ihrem Gleichstellungskonzept überzeugen: Seit 2009 konnten durch die Vergabe von Fördermittelgeldern dreizehn Wissenschaftlerinnen für  Professuren an der HWR Berlin gewonnen werden. Finanziert wurden die temporär zusätzlichen Professuren durch das Professorinnenprogramm des BMBF, das BCP (siehe oben) sowie eine Programmlinie des Berliner Masterplans „Ausbildungsoffensive“ und Eigenmittel der Hochschule.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) förderte im Rahmen des Professorinnenprogramms drei vorgezogene Berufungen für die Fachgebiete Betriebliche Informations- und Kommunikationssystems, Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre sowie eine Regelprofessur für Verwaltungsinformatik.

 

Neben den vom BMBF geförderten Professuren konnten weitere zehn vorgezogene Professuren aus den beiden Berliner Sonderprogrammen realisiert werden. Dabei wurden verschiedene Fächer abgedeckt. Das Spektrum reicht von Rechtsmedizin und Internationaler Unternehmensführung bis hin zum Immobilienmanagement und Rechnungswesen. Besonders erfreulich ist, dass es gelang, technikwissenschaftliche Professuren wie Informatik, Betriebliche Informations- und Kommunikationssysteme und die Verwaltungsinformatik weiblich zu besetzen.

 

Im Jahre 2014 konnte die HWR Berlin mithilfe des Professorinnenprogramms II eine weiblich besetzte vorgezogene Nachfolgeberufung für das Fach „Arbeitspsychologie/Cross-Cultural Management“ gewinnen. Darüber gelang es den Fachbereichen zwei reguläre Professuren weiblich zu besetzen und durch das bundesdeutsche Programm fördern zu lassen. Mit dem für diese Besetzungen eingeworbenen Finanzmittel hat sich die Hochschule zu weiteren gleichstellungspolitischen Maßnahmen verpflichtet. Neben der expliziten Unterstützung des Schwerpunkts Recht und Geschlecht durch eine wissenschaftliche Stelle im Harriet Taylor Mill-Institut für Ökonomie und Geschlechterforschung sowie dem Ausbau von Aktivitäten und Zertifizierungen zum Thema Hochschule und Familie soll ein Unterstützungsfonds zur Karriereentwicklung wissenschaftlicher Mitarbeiterinnen dieselben fördern.

 

Weitere Informatonen: