Ost-West Dialog: Deutsch-Ukrainisch-Polnische Summerschool 2017

Summerschool für ukrainische, deutsche und polnische Studierende unter Beteiligung von ukrainischen, polnischen und deutschen Dozenten vom 14. Mai bis 24. Mai 2017 in Berlin

Förderung: DAAD, Programm - Ost-West Dialog Unterstützung der Demokratie in der Ukraine

Projektleitung: Prof. Dr. Oesten Baller

Vom 14. bis 24. Mai 2017 fand am Campus Lichtenberg der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin (HWR Berlin) die achte rechts- und verwaltungswissenschaftliche Summer-School mit Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer und Studierenden aus Polen, Deutschland und der Ukraine statt.

Prof. Dr. habil. Andrzej Przyłębski (Botschafter der Republik Polen), Oksana Kozlovska, (Botschaftsrätin der Ukraine), Prof. Dr. Andreas Zaby, (Präsident der HWR Berlin) und Prof. Dr. Oesten Baller (Direktor des IMO der HWR) eröffneten die Summerschool am ersten Tag feierlich.

Im Mittelpunkt der zehntägigen Summerschool standen vier studentische Arbeitsgruppen, in denen ukrainische, deutsche und polnische Studierende europäische Themen gemeinsam bearbeiteten:

  • Werte und Prinzipien der EU
  • Assoziierung und Beitrittsverfahren
  • Die aktuelle Krise in der Ukraine
  • Krise und Zukunft der EU

    Professorinnen und Professoren aus Deutschland, der Ukraine und aus Polen moderierten die Arbeitsgruppen und führten fachlich in die Themen ein. Ergänzend fanden ein Workshop zur Interkulturalität mit Besuchen bei Kulturvereinen und Migrantinnen und Migranten-Organisationen sowie ein zweitägiges, gemeinsames krisen- und sicherheitsbezogenes Planspiel statt. Prof. Dr. Goran Mandic, ein Sicherheitsexperte aus Serbien, leitete zusammen mit Prof. Dr. Oesten Baller das Planspiel.

    Von ukrainischer Seite nahmen 16 Studierende in verwaltungs- und rechtswissenschaftlichen Masterstudiengängen aus 8 Hochschulen/Akademien teil, die sich geographisch über die ganze Ukraine verteilen:

    • Nationale Akademie für staatliche Verwaltung beim Präsidenten der Ukraine, NAPA Kiev
    • Regionalinstitut NAPA Charkiv
    • Regionalinstitut NAPA Dnipro
    • Regionalinstitut NAPA Odessa
    • Regionalinstitut NAPA Lviv
    • Jaroslaw der Weise Rechtsakademie Charkiv
    • Taras Ševčenko Universität Kiev
    • Humanistische private Universität in Zaporižja

    Von polnischer Seite nahmen 6 Studierende aus polnischen Universitäten teil, die von der Universität Warschau, der Universität Rzeszów, der UWM Olsztyn und der Universität Szczecin kamen.
    Von deutscher Seite nahmen Studierende der HWR Berlin sowie jeweils zwei Studierende der Hochschule Kehl und der FHöVPR Güstrow teil.

    Die Beteiligung polnischer Studierender und Lehrender war in mehrfacher Hinsicht ein Mehrwert: Polen, das Nachbarland der Ukraine, hat erstens eine aktive Rolle bei der politischen Willensbildung zum Abschluss des Assoziierungsabkommens Ukraine-EU gespielt und setzt sich mit Vehemenz für eine EU-Mitgliedschaft der Ukraine ein. Zweitens haben die Außenminister von Deutschland, Frankreich und eben Polen in den blutigen Tagen des Maidans für die EU mit Kiev verhandelt und um eine friedliche Lösung gerungen. Drittens ist Polen ein eher junges Mitgliedsland der EU und kein Gründungsmitglied wie Deutschland, und deshalb konnten die polnischen Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Erfahrungen mit Beitrittsverhandlung und Umsetzung des Besitzstandes der EU (acquis communautaire) in nationales Recht einbringen. Und schließlich zeigen sich unter der rigiden Durchsetzung national-konservativer Umgestaltungen durch die PiS-Regierung in Polen auch erste Anzeichen eines Zerfalls von Werten und Prinzipien der EU, was in den Arbeitsgruppen intensiv diskutiert wurde.