10.07.2020 — Pressemitteilung 26/2020Pressemitteilung 26/2020 | 10.07.2020

IFAF-Forschungsprojekt

Kiezbote: Pakete zur Wunschzeit nach Hause liefern

Lösungen gegen Paketfrust bietet ab heute der »Kiezbote« im Mierendorff-Kiez in Berlin-Charlottenburg. Im Rahmen eines Forschungsprojekts wird die gebündelte Lieferung zum Wunschzeitraum erprobt.

Forschungsprojekt „Kiezbote“ im Mierendorff-Kiez in Berlin-Charlottenburg. Foto: Alexander Rentsch
Mit dem Lastenfahrrad bringen die Kiezboten Online-Bestellungen zum Wunschtermin direkt nach Hause. Seit Juli rollt das IFAF-Forschungsprojekt im Charlottenburger Mierendorff-Kiez. Foto: © HTW Berlin / Alexander Rentsch

Wer kennt das Phänomen nicht? Online eingekauft, sehnsüchtig gewartet, dann die Ernüchterung: Das Paket wird nicht persönlich zugestellt, sondern muss in einer Filiale abgeholt werden. Lösungen gegen diesen Pake-frust bietet ab heute der „Kiezbote“ im Mierendorff-Kiez in Berlin-Charlottenburg: Im Rahmen eines Forschungsprojekts wird die gebündelte Lieferung zum Wunschzeitraum erprobt, die Verkehrsbelastung auf der „letzten Meile“ soll dank Lastenfahrrad sinken.

Seit heute können die Anwohner_innen auswählen, wann sie ihre Päckchen zu Hause erhalten. Dazu benötigen sie nur eine App und eine einmalige, kostenfreie Registrierung. Mit einer persönlichen Kiezboten-Lieferadresse können sie ihre Pakete zum Kiezboten ("c/o Kiezbote") liefern lassen, um dann für die Zustellung einfach ihr gewünschtes Zeitfenster auszuwählen. Die Lieferungen aller Versender und Lieferdienste werden in einem Depot gesammelt und emissionsfrei per Lastenrad zum Wunschtermin ausgeliefert. Auch Retouren sind auf diesem Weg möglich. Die Verkehrsbelastung auf der so genannten „letzten Meile“ soll sich so erheblich reduzieren.

Der Service ist im Pilotzeitraum bis Ende dieses Jahrs kostenfrei und erfolgt im Rahmen des Forschungsprojekts KOPKIB (Kundenorientierte Paketzustellung durch den Kiezboten). Forschungsziel ist die Ermittlung der Bedingungen für einen wirtschaftlichen Betrieb sowie die Auswirkung auf Verkehr, Umwelt und Kundenzufriedenheit. „Neben der kundenorientierten Zustellung wollen wir auch den Verkehr und die Umwelt entlasten. Daher haben wir uns für den Einsatz von Lastenrädern und gegen Diesel-Fahrzeuge entschieden“, erläutert Projektleiter Prof. Dr. Stephan Seeck (HTW Berlin). „Die Entwicklung der begleitenden Prozesse wie die Organisation der Zustellung im Wunschzeitraum ist neben der Durchführung ein weiterer zentraler Aspekt des Projekts“, ergänzt Prof. Dr. Elmar Erkens (HWR Berlin).

Das Projekt KOPKIP wird von Forschenden an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin und der Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) Berlin durchgeführt. Praxispartner sind die Berliner Unternehmen Zalando SE, 4flow und Cycle Logistics. Assoziierte Partner sind Pickshare®, Citkar und nebenan.de. 

Das Projekt wird vom IFAF Berlin gefördert, Mittelgeber ist die Senatskanzlei Wissenschaft und Forschung.

Projektwebsite:

Ansprechpartner:

Prof. Dr. Stephan Seeck | HTW Berlin | 0173 629 2539  
Stephan.Seeck@HTW-Berlin.de 

Maximilian Engelhardt | HTW Berlin | 0176 420 54543
Maximilian.Engelhardt@HTW-Berlin.de 
 

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Die Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin zählt mit 11 000 Studierenden zu den großen staatlichen Hochschulen für angewandte Wissenschaften – mit ausgeprägtem Praxisbezug, intensiver und vielfältiger Forschung, hohen Qualitätsstandards und einer starken internationalen Ausrichtung. Das Studiengangsportfolio umfasst Wirtschafts-, Verwaltungs-, Rechts- und Sicherheitsmanagement sowie Ingenieurwissenschaften in 60 Studiengängen auf Bachelor-, Master- und MBA-Ebene. Die HWR Berlin ist größter Anbieter von dualen Studiengängen und kooperiert mit über 700 Unternehmen. Sie fördert den Wissens- und Technologietransfer und unterstützt Gründungsaktivitäten über den Startup Incubator Berlin. Die Hochschule unterhält 170 aktive Partnerschaften mit Universitäten auf allen Kontinenten und ist Mitglied im Hochschulverbund „UAS7 – Alliance for Excellence“. Deutschlandweit führend bezogen auf die Internationalisierung von BWL-Studiengängen belegt die HWR Berlin Spitzenplätze im deutschlandweiten Ranking des CHE Centrum für Hochschulentwicklung. Aus einer bundesweiten Umfrage von DEUTSCHLAND TEST ist die Hochschule wiederholt als „TOP Business School“ im Weiterbildungsbereich hervorgegangen. Die HWR Berlin unterstützt die Initiative der Hochschulrektorenkonferenz „Weltoffene Hochschulen – Gegen Fremdenfeindlichkeit“.

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