Neuigkeit | Auszeichnungen

Politeia-Preis an der HWR Berlin vergeben

Vier Studentinnen wurden für ihre Arbeiten zu aktuellen Fragen der Frauen- und Geschlechterforschung ausgezeichnet. Die Preisträgerin Paulina Girke beschäftigte sich mit Female Entrepreneurship.

21.07.2020

Seit dem Jahr 2001 prämiert die HWR Berlin mit dem Politeia-Preis zur Etablierung und Förderung der Frauen- und Geschlechterforschung die besten studentischen Arbeiten mit entsprechender Thematik.

Die Vielfalt und Qualität der 2019 eingereichten Arbeiten machte die Entscheidung für die Auswahlkommission nicht leicht. Letztendlich konnte sie sich aber auf einen Politeia-Preis und drei Politeia-Medaillen einigen.

Der Politeia-Preis geht in diesem Jahr an Paulina Girke, Absolventin des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften. Für ihre herausragende Bachelorarbeit »Female Entrepreneurship in Technology Start-ups: A Comparison between Germany and Australia« im Studiengang International Business Management verglich sie weibliches Unternehmertum in Technologie Start-ups in Australien und Deutschland anhand von Literaturanalysen und einer empirischen Interviewstudie. Die Betreuung der Arbeit übernahmen Prof. Dr. Barbara Beham und John C. Davis.

Drei weitere Studentinnen wurden für ihre hervorragenden Arbeiten mit Politeia-Medaillen ausgezeichnet:

Eine Medaille geht an Laura Sophie van Beek für ihre Bachelorarbeit »Geschlechterproblematiken im Strafrecht - Eine Studie anhand von Beispielen aus dem materiellen und formellen Strafrecht« im Fachbereich Polizei und Sicherheitsmanagement. Ihre Arbeit, betreut von Dr. iur. Smaro Tassi LL.M. und Prof. Dr. Lucian Krawczyk, befasst sich mit der Frage nach der Gleichheit vor dem Gesetz in Hinblick auf Geschlecht und Gender sowie mit geschlechtsspezifischen Auswirkungen des Strafrechtssystems aus der Opferperspektive.

Eine weitere Medaille wurde an Denise Bode verliehen. In ihrer Hausarbeit »Mit Strategie zur Gleichberechtigung? Verhandlungsführung selbstständiger Frauen als Mittel zur Reduzierung des Gender Income Gap« im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften untersucht sie die Strategien, die selbständige Unternehmerinnen entwickeln, um den Gender Income Gap zu reduzieren. Betreut wurde ihre Arbeit von Prof. Dr. Claudia Gather und Dr. Clemens Ohlert. 

Felicitas Jalsovec erhielt für ihre Masterarbeit »Geschlechtergerechtigkeit im Sport – Eine Untersuchung der Unterrepräsentanz von Frauen in Gremien und Spitzenämtern der Sportbünde, Fachverbände und Vereine« im Fachbereich Allgemeine Verwaltung unter der Betreuung von Prof. Dr. Friederike Edel und Dr. Jana Hertwig die dritte Medaille in diesem Jahr. Anhand von empirischen Untersuchungen befasst sie sich mit Gründen und Barrieren der Unterrepräsentanz von Frauen in Führungspositionen im Bereich des Sports, insbesondere des Fußballs, und betrachtet bereits vorhandene Handlungsempfehlungen.

Aufgrund der Coronavirus-Pandemie konnte in diesem Jahr zum ersten Mal leider keine feierliche Verleihung der Auszeichnungen stattfinden. Für das nächste Jahr ist eine große Veranstaltung zur Ehrung zweier Politeia-Jahrgänge angedacht.

Alle ausgezeichneten Arbeiten sind in der Genderbibliothek im Frauenbüro (Campus Schöneberg) und online einsehbar.

Wir haben die Preisträgerinnen interviewt, um mehr über sie und ihre Arbeiten zu erfahren.

Paulina Girke

Politeia-Preis für die Bachelorarbeit »Female Entrepreneurship in Technology Start-ups: A Comparison between Germany and Australia«

Herzlichen Glückwunsch, Frau Girke! Wie sind Sie auf das Thema für Ihre Arbeit aufmerksam geworden?

Girke: Da ich bei einigen Start-ups gearbeitet habe, hatte ich Kontakt zu einigen Gründern. Selten ist mir in dieser Zeit jedoch eine Gründerin über den Weg gelaufen. 2017 habe ich in Sydney an der Macquarie University mein Auslandssemester gemacht und bei einer tollen Professorin, die selbst gegründet hat, den Kurs „Entrepreneurship and New Venture Management“ belegt. Am ersten Tag der Vorlesung fragte sie in den Hörsaal, wer von uns plane, mal ein Unternehmen zu gründen oder vielleicht sogar schon gegründet hat. Als sich kaum Frauen meldeten, fragte sie uns woran das liegt. Das hat mich sehr beschäftigt und ich wollte dies in Form einer schriftlichen Arbeit genauer untersuchen.

Dass ich mich für Australien und Deutschland entschieden habe, hat zwei Hintergründe. Zum einen wurde ich natürlich durch den Kurs und meine Professorin in Australien sehr zum Nachdenken angeregt, und der Vergleich mit meinem Heimatort lag nahe. Zum anderen habe ich einen Bericht (Mastercard Index of Women Entrepreneurs - 2018) gelesen, in dem Female Entrepreneurship weltweit untersucht und verglichen wurde. Da ich in Berlin, einer Stadt voller Start-ups, gewohnt habe, war ich sehr überrascht, Deutschland so weit hinten zu sehen (Platz 25 weltweit). Australien lag mit an der Spitze (Platz 5), was den Anteil der Female Entrepreneurs betraf. Obwohl die beiden Länder geografisch eine große Distanz haben, ähneln sie sich ja industriell und kulturell auf den ersten Blick schon.

Meine wissenschaftliche Betreuerin Frau Prof. Dr. Beham hat mir dann geraten, mich in der Branche etwas einzuschränken. Da der IT-Sektor im Moment von großer Bedeutung ist, und diese Branche allgemein eher von Männern vertreten wird, habe ich mich auf diesen Sektor konzentriert.

Weshalb ist dieses Thema relevant?

Girke: Unternehmensgründungen kurbeln die Wirtschaft an. Neue Arbeitsplätze werden geschaffen und innovative Geschäftsmodelle genutzt. Begriffe wie „Start-ups“, „Entrepreneurship“ und „VC“ sind heutzutage omnipräsent. Ein wirtschaftlicher Fokus auf Innovation und Globalisierung ermöglicht viele neuen Nischen und kann viele Leben erleichtern und verbessern. Aus diesem Grund werden viele Start-ups heutzutage im IT-Sektor gegründet. Das Thema ist jetzt relevanter denn je. In der aktuellen COVID-19 Situation befindet sich die globale Wirtschaft in einer sehr instabilen Lage und Neugründungen von Unternehmen können die Wirtschaft eines Landes wieder stabilisieren. Je mehr Entrepreneurs, desto besser also. Nur ist es so, dass noch immer kaum Frauen als Gründerinnen auf dem Markt sind. Wenn man dieses unausgeschöpfte Potential also füllt, ist dies nicht nur gut für die Wirtschaft, sondern auch für die Emanzipation der Frauen im Tech-Bereich. Frauen, die gründen, dienen hier als Vorbildfunktion für viele junge Mädchen, um ihnen zu zeigen, dass nicht nur Männer Erfolg haben können in der Businesswelt.

Welchen Unterschied zwischen australischer und deutscher weiblicher Unternehmerschaft empfinden Sie am signifikantesten und was lässt sich Ihrer Meinung nach daran ableiten?

Girke: Während meiner Recherche ist mir sehr schnell aufgefallen, dass sich die beiden Länder kulturell doch recht unterscheiden. Vor allem wenn es um die Denkweise der Bevölkerung geht. Deutschland ist noch sehr traditionell verwurzelt und Australien hat eine etwas modernere Art des Denkens. Dies ist meiner Meinung nach auch der Hauptgrund, weshalb die Zahlen sich so sehr unterscheiden. Die deutsche Bürokratie fördert größtenteils eher große Unternehmen. Der „ganze Papierkram“ macht es für Gründer/innen etwas schwerfällig. Die Tradition spiegelt sich dann auch in der Kultur wider. So haben Frauen in Deutschland häufiger noch die Hausfrau-Funktion. Oder zumindest ist der Gedanke daran noch mehr verwurzelt.

In Australien herrscht natürlich auch in gewisser Hinsicht Druck, neue Unternehmen zu gründen, da hier in den letzten Jahren ein sehr großer Einwanderungstrend zu sehen ist. Daher hat die Regierung die Visa-Regelungen geändert und Fördergelder eingeführt, um mehr Menschen zum Gründen zu motivieren. Viele Frauen, mit denen ich hier in Australien gesprochen habe, sagen, dass ihnen die Motivation aber auch schon in der Erziehung und Bildung mitgegeben wurde. Frauen werden in Australien gefördert, Entrepreneurship oder IT zu studieren, um den Anteil an potentiellen Gründer/innen zu erhöhen.

Fazit: Was ich glaube ist, dass beide Länder noch lernen müssen, dass Gründerinnen keine Anomalie oder Besonderheit sind, sondern etwas völlig Normales. Viele erfahrene Gründerinnen mit denen ich gesprochen habe, wollen nicht mit Samthandschuhen angefasst werden. Sie wollen in der Start-up-Szene einfach akzeptiert und vor allem respektiert werden.

Deutschland kann außerdem von Australien lernen, den gesamten Gründungsprozess etwas einfacher zu gestalten, so dass Bürokratie Frauen nicht von einer Gründung abhält. Und Gründerinnen-Mamis sollten unterstützt werden! Wir sollten einfach alle akzeptieren, dass wir im 21. Jahrhundert angekommen sind und jede/r die gleichen Möglichkeiten hat.

Was bedeutet der Politeia-Preis für Sie?

Girke: Ich habe mich riesig über den Preis gefreut. Das Gefühl, dass meine „kleine“ Arbeit einen Beitrag zur Frauen- und Geschlechterforschung der HWR Berlin leistet, ist unglaublich. Es ist schön zu wissen, gemeinsam mit einer Institution wie der HWR Berlin einen Einfluss auf Toleranz und Gleichberechtigung zu haben. Ich bin stolz, an einer Hochschule studiert zu haben, die sich so für die Emanzipation der Frau einsetzt.

Laura Sophie van Beek

Politeia-Medaille für die Bachelorarbeit „Geschlechterproblematiken im Strafrecht – Eine Studie anhand von Beispielen aus dem materiellen und formellen Strafrecht«

Wie sind Sie auf das Thema für Ihre Arbeit aufmerksam geworden?

Van Beek: Mit vielen in der Arbeit angesprochenen Aspekten kam ich bereits durch mein zuvor absolviertes Studium der Rechtswissenschaft mit den Profilfächern Gender Studies und Sozialstrukturanalyse in Berührung. Daneben besuche ich häufig Vorträge und Veranstaltungen zu verschiedenen juristischen, soziologischen und psychologischen Themen (organisiert z.B. vom deutschen Juristinnenbund, der psychologischen Hochschule Berlin und der Heiligenfeld Klinik Berlin für psychische und psychosomatische Erkrankungen). Ausschlaggebend war jedoch ein gemeinsamer Abend mit meiner guten Freundin Dana Voß, damals ebenfalls noch HWR-Studentin, an dem wir im Zusammenhang mit einem zuvor von ihr besuchten Referat einer Richterin diskutierten. Dies rief in mir den Wunsch hervor, tiefer in diese Thematik einzusteigen.

Weshalb ist dieses Thema relevant?

Van Beek: Die Frage, ob die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Geschlecht im Recht und vor dem Gesetz einen Unterschied macht – und machen darf – tangiert uns alle. Außerdem wird die Frage aufgeworfen, inwiefern die Angleichung der Geschlechter in der Gesellschaft und im Recht durch Recht geschehen soll und inwiefern das Recht und dessen Auslegung an der Entwicklung der Geschlechterverhältnisse beteiligt ist.

Die Schwierigkeit bei der Schaffung von Gesetzen ist, dass diese einerseits allgemein genug gehalten werden müssen, damit sie flexibel auf neue gesellschaftliche Entwicklungen anwendbar sind, die möglicherweise zum Zeitpunkt der Schaffung noch nicht vorhersehbar waren. Gleichzeitig müssen sie bestimmt genug sein, um vor Willkür zu schützen und der Wahrung der Rechtssicherheit zu genügen. Hinzu kommt, dass die aufgrund des gesellschaftlichen Wandels entstandenen „neueren“ Gesetze, wie beispielsweise das Transsexuellengesetz, nunmehr in Korrelation mit den älteren Gesetzen stehen. Meine Arbeit stellt einen Versuch dar, damit einhergehende Probleme zu veranschaulichen.

Darüber hinaus unterliegen wir alle einer von der jeweiligen Gesellschaft abhängigen Sozialisation, was im Konflikt mit der gewünschten, möglichst objektiven Anwendung des Rechts stehen kann. Man sollte sich bewusst sein, dass niemand frei von vorgefertigten Meinungen ist, denn man ist immer ein Produkt der Summe seiner individuellen Erfahrungswerte. So ist es umso wichtiger, dass alle Personen, die den Umgang mit Opfern von Straftaten pflegen, dies im Sinne des Opferschutzes stets vor Augen haben, um eine unbewusste Vorverurteilung der Geschädigten zu verhindern. So kann eine möglicherweise damit einhergehende sekundäre Traumatisierung vermieden werden.

Was bedeutet die Politeia-Medaille für Sie?

Van Beek: Die Verleihung der Politeia-Medaille zeigt mir, dass ich mich glücklich schätze, in einer Gesellschaft zu leben, in welcher man sich kritisch äußern darf und eine Auseinandersetzung mit kritischen Themen gefördert wird.

Besonders beeindruckt hat mich meine Arbeit mit Entwicklungshilfeprojekten in Nepal und Myanmar, Länder in denen Diskriminierung aufgrund von Geschlecht, ethnischer Zugehörigkeit, sexueller Orientierung und die Existenz von Kinderehen sowie Kinderarbeit nur einige Beispiele der Beschneidung von Rechten marginalisierter Gruppen sind. Hierdurch wurde mir bewusst, wie viel mir offensteht, nur weil mir zufällig ein bestimmter Pass zugewiesen, ich in einer bestimmten Zeit oder als Kind bestimmter Eltern geboren wurde. Das ist keine Selbstverständlichkeit.

Zudem sehe ich in meinem persönlichen Umfeld, dass alternative Lebensweisen immer offener ausgelebt werden können und dennoch kann auch hier auf Ebene der Gleichbehandlung noch viel optimiert werden. Insbesondere haben wir eine Verantwortung, dafür zu sorgen, dass wir diese Errungenschaften nicht wieder verlieren. Somit sehe ich die Politeia-Medaille als Sinnbild dafür, wie weit wir hinsichtlich der Angleichung von Rechten gekommen sind, aber auch als Appell, nicht mit dieser Thematik aufzuhören.

Denise Bode

Politeia-Medaille für die Hausarbeit „Mit Strategie zur Gleichberechtigung? Verhandlungsführung selbstständiger Frauen als Mittel zur Reduzierung des Gender Income Gap«

Wie sind Sie auf das Thema für Ihre Arbeit aufmerksam geworden?

Bode: Im Rahmen des Themenfeldes „Gender & Diversity“ wurden unter anderem die Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern behandelt. Erschreckt hat mich, dass der Gender Income Gap bei Selbstständigen beinahe doppelt so hoch ausfällt wie bei Angestellten.

Weshalb ist dieses Thema relevant?

Bode: Verhandlungsführung ist ein wichtiges Instrument für Frauen, um die Einkommenslücke zu schließen. Das Ziel meiner Arbeit war, die Verhandlungsstrategien von selbstständigen Frauen aufzuzeigen, so dass auch andere Frauen diese für sich nutzen können.

Was bedeutet die Politeia-Medaille für Sie?

Bode: Die Politeia-Medaille zeigt mir vor allem, dass studentische Arbeiten nicht nur in den Schreibtischschubladen der Dozent/innen „verstauben“, sondern Anerkennung finden und ein größeres Publikum erreichen können.

Felicitas Jalsovec

Politeia-Medaille für die Masterarbeit „Geschlechtergerechtigkeit im Sport – Eine Untersuchung der Unterrepräsentanz von Frauen in Gremien und Spitzenämtern der Sportbünde, Fachverbände und Vereine«

Wie sind Sie auf das Thema für Ihre Arbeit aufmerksam geworden?

Jalsovec: Da ich selbst Fußball spiele und großer Fußballfan bin, wurde ich immer wieder mit der Ungleichheit zwischen Frauen- und Männerfußball konfrontiert. Ich konnte es oft nicht nachvollziehen, warum diese Unterschiede sich über Jahre hinweg halten und wir als Frauen zumeist weniger „Beachtung“ erhielten als die Männermannschaften, egal ob wir leistungsmäßig besser waren.

Hinzu kam, dass es mir ein besonderes Anliegen war, dem Bereich Sport im Nonprofit-Sektor mehr Beachtung zukommen zu lassen. Ist er doch mit seinen vielen Vereinen einer der größten Bereiche des Sektors und hat viel Einfluss auf die Vorstellungen und Weltanschauung von Kindern und Jugendlichen. Geschlechtergerechtigkeit sollte aus diesem Grund innerhalb des Sports einen besonderen Stellenwert erhalten, so wie es bereits Rassismus und Diskriminierung tun.

Weshalb ist dieses Thema relevant?

Jalsovec: Dass Ungleichheit, Vorurteile und Berührungsängste durch gemeinsamen Sport abgebaut werden können, habe ich selbst in meinem Leben immer wieder erfahren dürfen. Sei es bei meinen Einsätzen für Special Olympics e.V., dem Sportverein für Menschen mit geistiger Behinderung, oder während meiner Zeit als aktive Fußballerin in diversen Vereinen. Dabei bin ich der Meinung, dass Sport, insbesondere Fußball mit seiner enormen Reichweite, dabei helfen kann, Stigmatisierungen sowie klassische Rollenvorstellungen aufzubrechen.

Darüber hinaus halte ich die Verbindung zwischen einer Führungsposition im Ehrenamt und einer Führungsposition im Erwerbsleben für sehr spannend und bin davon überzeugt, dass durch Geschlechtergerechtigkeit im Sport positive Effekte auf die Wirtschaft bzw. die Gesamtgesellschaft erzielt werden können.   

Was bedeutet die Politeia-Medaille für Sie?

Jalsovec: Die Politeia-Medaille zu erhalten hat mich sehr stolz gemacht, vor allem da in diese Arbeit sehr viel Herzblut und Leidenschaft mit eingeflossen sind. Ich habe viel über mein „Frausein“ gelernt und während des Schreibens immer wieder meine eigenen Rollenvorstellungen hinterfragt. Das Thema war für mich ein sehr persönliches Anliegen und der Preis gibt meiner Arbeit noch einmal einen größeren Rahmen und Aufmerksamkeit, worüber ich mich sehr freue.

Ich hoffe, dass diejenigen, die sich die Arbeit durchlesen, ebenfalls das eine oder andere für sich persönlich mitnehmen können und zum Nachdenken über ihre Rollenvorstellungen angeregt werden. Ich denke, Geschlechtergerechtigkeit ist ein Thema, das immer wieder in das Bewusstsein jedes Einzelnen vordringen muss, um nicht vergessen zu werden. Wissenschaftliche Arbeiten, Zahlen und Fakten können dabei helfen, dass es nicht zu einem Randthema wird. Ich freue mich, dass meine Arbeit ein Teil davon werden darf und öffentlich zur Verfügung steht.

Jedes Jahr prämiert die HWR Berlin die besten Studierendenarbeiten zur Frauen- und Geschlechterforschung mit dem Politeia-Preis. Der Preis ist mit 1.000 Euro dotiert, zusätzlich werden bis zu drei Politeia-Medaillen mit je 400 Euro verliehen. Bewerbungen aus allen Studienfächern sind bis zum 30. November eines Jahres möglich. Es werden gleichermaßen hervorragende Hausarbeiten, Projektarbeiten oder Abschlussarbeiten ausgezeichnet.

Nähere Informationen zum Politeia-Preis erhalten Sie bei der Zentralen Frauenbeauftragten.