Sebastian Fischer
Vom dualen Wirtschaftsinformatik-Studium zur Professur an der HWR Berlin: Auslandsphasen in Singapur & UK, Station bei T-Labs und starke Netzwerke prägen seinen Weg.

- Studiengang
Wirtschaftsinformatik, Fachbereich 2 (ehemals Berufsakademie Berlin)
- Abschluss
Bachelor of Science (B. Sc.) Dual
- Abschlussjahrgang
2010
- Position / Aktueller Arbeitgeber
Professor für Wirtschaftsinformatik an der HWR Berlin
Haben Sie bereits vor dem Studium berufliche Erfahrungen gesammelt oder eine Ausbildung abgeschlossen?
Nein, ich bin direkt aus dem Abitur in das Studium gestartet
Was hat Sie dazu bewogen, den Studiengang Wirtschaftsinformatik an der HWR Berlin zu wählen?
Erfahren habe ich davon über Freunde, die sich ebenfalls dafür interessiert haben. Ich hatte Leistungskurs Informatik und daher Interesse an diesen Themen. Duales Studium fand ich spannend und habe mich einfach mal bei Firmen beworben und bin verschiedene Assessment-Center bzw. Einstellungsverfahren durchlaufen.
An welche Situation, Person oder an welches Erlebnis an der HWR Berlin erinnern Sie sich besonders, und warum?
Ich erinnere mich an viele Situationen von meinen damaligen ProfessorInnen, die teilweise heute meine direkten Kollegen sind. Das spare ich jetzt aus diesem Grund mal aus.
Beeindruckt haben mich insbesondere die Lehrpersonen, die trotz ihres hohen Altersunterschieds zu uns als Studierenden und langjähriger Arbeits- und Lehrerfahrungen, es geschafft haben für Ihr eigenes Fach zu begeistern und eine hohe Zugewandtheit zur Lerngruppe aufbauen konnten. Bei mir war das insbesondere eine Lehrperson, die mich durch ebendiese Fähigkeit für Themen wie Controlling und Kosten-Leistungsrechung begeistern konnte. Auch wenn diese Begeisterung sich auf das jeweilige Semester beschränkt hat. Auch andere Fächer, die außerhalb meines Kerninteresses liegen, wie z.B. Themen des Rechts, habe ich positiv in Erinnerung, weil die Lehrpersonen einfach toll waren.
Ich hatte das Glück, dass mehre Personen, mit denen ich Abitur gemacht habe, ebenfalls das gleiche Studium begonnen haben, das war insbesondere in der Anfangszeit des Studiums praktisch.
In Erinnerung sind mir natürlich auch die Mitstudierenden, die nicht zwangsweise in meinem Studiengang waren, aber durch mein damaliges Praxisunternehmen als Kohorte aus verschiedenen dualen Studiengängen durch viele verschiedene zusätzliche Weiterbildungen und Workshops geformt wurden. Zu einigen von diesen halte ich noch heute Kontakt.
Gab es eine Erfahrung während des Studiums, die Sie nachhaltig geprägt hat?
Ich war in der 5. Und 6. Praxisphase im Ausland. Im 5. Semester in Singapur und im 6. Semester in Großbritannien. Beides waren sehr prägende Erfahrungen.
Den Auslandsaufenthalt im 5. Semester musste ich aufgrund der Folgen der globalen Finanzkrise 2007/2008 selbst finanzieren. Rückblickend eine der besten Investments, die ich je gemacht habe.
Der Auslandsaufenthalt im 6. Semester wurde durch meinen damaligen Mentor initiiert, da zwei Auslandsaufenthalte eigentlich nicht für duale Studierende vorgesehen waren. Dort habe ich auch einen Kollegen aus Singapur wiedergetroffen, der mittlerweile nach UK gewechselt war.
Das hat mir folgendes gelehrt:
- Networking ist wichtig, man sieht sich mehrmals im Leben
- Mentoring/Talentförderung ist sehr wichtig, sowohl Mentoring erhalten, als auch geben