Neuigkeit | Exkursion

Kreislaufwirtschaft im Facility Management

Das CRCLR-Haus in Berlin zeigt zirkuläres Bauen in der Praxis. Trotz Hürden überzeugt es durch nachhaltige Materialien, gute Wartbarkeit und Vorteile für das Facility Management.

29.04.2026 — Prof. Dr. Andrea Pelzeter

Gruppe von jungen Erwachsenen steht auf einer Holzterrasse mit Stadtblick unter bewölktem Himmel, eine Person sitzt auf einer Bank
Foto: Prof. Dr. Andrea Pelzeter

Das Haus CRCLR in Berlin-Neukölln zeigt, dass das Bauen nach dem Konzept der Zirkularität möglich ist. Einfach ist es jedoch bis heute nicht, gebrauchte Bauelemente erneut einzusetzen. Neue Genehmigungen, etwa zur Bestätigung der Tragfähigkeit alter Stahlträger, sind erforderlich.

Auch andere Formen der Wiederverwendung können im Bauprozess aufwendig sein, beispielsweise das Nachrüsten einer dritten Glasscheibe bei Second-Hand-Fenstern. Durch die so erzielte Dreischeibenverglasung sowie durch den Einsatz von Stroh in den Wänden konnte dennoch eine sehr gute Wärmedämmung erreicht werden.

Gesunde Materialien und Raumklima

Die Verwendung von Lehm als Innenputz und unbehandeltem Holz – im Sinne einer guten Wiederverwendbarkeit – sorgt zudem für eine schadstofffreie und ausgewogene Innenraumluft. Dies bestätigte eine Bewohnerin, die uns am 20.02.2026 durch den Wohnbereich der Aufstockung des ehemaligen Fasslagers der Kindl-Brauerei führte.

Vorteile für das Facility Management

Dem Gebäudebetreiber kommen die Prinzipien des zirkulären Bauens sehr entgegen: Aufputz verlegte Leitungen, Sensoren und Steuerungselemente sind leicht zugänglich und erleichtern Überprüfungen sowie Anpassungen.

Die dezentralen Kreuzwärmetauscher können direkt von den Zimmern aus gewartet werden. Auch bauliche Veränderungen lassen sich durch die Verwendung von Holz in Wänden und Decken vergleichsweise einfach umsetzen.

Das Facility Management ist somit schon heute ein überzeugter Anwender der Circular Economy im Gebäude. Auch der Ausblick von der gemeinsam genutzten Dachterrasse hinterließ Eindruck.

Unser Dank gilt den Gastgeber*innen sowie unserem Förderverein, die diese Besichtigung ermöglicht haben.