Starke Persönlichkeiten für den öffentlichen Dienst
Beim 34. Glienicker Gespräch an der HWR Berlin diskutierten Lehre und Verwaltungspraxis, wie Studierende für die Anforderungen des öffentlichen Dienstes mit Zukunftskompetenzen gestärkt werden können.

Vom 7. bis zum 8. Mai 2026 fand an der HWR Berlin unter der Tagungsleitung von Prof. Dr. Erik Kraatz und Prof. Dr. John Siegel das 34. Glienicker Gespräch statt, bei dem Hochschulvertreterinnen und -vertreter, Lehrende und Personen aus der Verwaltungspraxis sich dazu austauschten, ihre Studierenden neben dem grundlegenden Fachwissen mit dem notwendigen (Future-)Skillset wie Mindset auszustatten, um die künftigen Anforderungen an die jeweilige berufliche Tätigkeit im öffentlichen Dienst meistern zu können
Begrüßt wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch den Präsidenten der HWR Berlin, Prof. Dr. Jens Hermsdorf, der anmahnte, dass die Hochschulen für den öffentlichen Dienst ihre Studienangebote dahingehend überprüfen müssten, ob die notwendigen Zukunftskompetenzen hinreichend vermittelt würden.
Danach führte Prof. Dr. Albrecht von Graevenitz, Professor für Zivilrecht an der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung – Fachbereich Bundeswehrverwaltung, mit seinem Vortrag zur „Persönlichkeitsentwicklung an Hochschulen für den öffentlichen Dienst“ wissenschaftlich in die Thematik ein. Er legte dar, wie schwierig in Zeiten rascher Veränderungen die Bestimmung der beruflichen Aufgaben der Zukunft im öffentlichen Dienst falle und dass gerade die Hochschulen für den öffentlichen Dienst bei ihren Studierenden ein Mindset auf eine effiziente und effektive Verwaltung, ein Expertenbewusstsein, eine positiv-kritische Einstellung zum „richtigen“ Umgang mit Digitalität bzw. Künstlicher Intelligenz, eine Bedarfsträgerspezifika sowie eine Vorbildfunktion für die Öffentlichkeit anlegen müssten.
Frau Dr. Alice Watanabe, Postdoc-Stipendiatin an der Universität Hamburg am Hamburger Zentrum für Universitäres Lernen, betonte mit Blick auf den aktuellen KI-Hype, dass dieser zu Kompetenz-, Kontroll- und Sozialverlusten in Lehr-Lern-Kontexten führe, so dass Hochschulen im „KI-Strom“ bewusst „humanistische Inseln“ schaffen müssten, z.B. durch KI-freie Zonen. Ergänzt wurde dies durch Frau Prof. Dr. Christina Schuh, Professorin für Psychologie am Zentralbereich der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung, und Frau Prof. Dr. Ilka Klöckner, die dort Professorin für Staatsrecht ist, mit ihrem Vortrag „Digitalisierung braucht Haltung: Staatsmodernisierung lehren und lernen“, in dem sie die rechtlichen Anforderungen an die notwendige Haltung der Beschäftigten im öffentlichen Dienst aufzeigten sowie Vorschläge darlegten, wie notwendige digitale Kompetenzen sowie die notwendige Haltung im Studium vermittelt werden könnten.
Der erste Tagungstag endete nach einer Mischung aus Vortrag und Workshop zum Thema „Miteinander sprechen: Lehr-Lernbeziehungen als persönliche Entwicklungsräume“ durch Frau Juliane Strohschein vom Schreibzentrum der HWR Berlin mit einem gemeinsamen Abendbuffet für informelle Austauschgespräche.
Am zweiten Tag wurden traditionell in mehreren Workshops zu „Effiziente und effektive Verwaltung – Vermittlung eines entsprechenden Mindsets an den Hochschulen für den öffentlichen Dienst“, zu den „Auswirkungen des demografischen Wandels“ sowie zu den „Auswirkungen der Verwaltungsdigitalisierung auf die Ausbildung für den öffentlichen Dienst“ die „Glienicker Thesen“ zur Tagung erarbeitet und im Plenum vorgestellt und diskutiert.
Das 35. Glienicker Gespräch wird voraussichtlich erst 2028 stattfinden, da die Tagungsreihe künftig im Wechsel mit der Netzwerktagung des Praxis- und Forschungsnetzwerks der Hochschulen für den öffentlichen Dienst stattfinden soll.






