Seif Elsobky
Vom Masterstudium zum Gründer: Alumnus Seif Elsobky berichtet, wie Praxisprojekte, Netzwerke und internationale Erfahrungen seinen Karriereweg in der Food- und Start-up-Branche geprägt haben.
- Studiengang
International Business and Consulting: Strategic Management, Fachbereich 1
- Abschluss
Master of Arts (M.A.)
- Position / Aktueller Arbeitgeber
Gründer von Sarnie Social London
Was haben Sie vor Ihrem Studium gemacht? Warum haben Sie sich für ein Studium an der HWR Berlin entschieden?
Vor meinem Studium arbeitete ich in meiner Heimatstadt Kairo (Ägypten) bei einer führenden Investmentbank im Nahen Osten.
Da ich sowohl in Ägypten als auch im Vereinigten Königreich aufgewachsen bin, wollte ich mein Studium an einer Hochschule fortsetzen, die einen praxisnahen und berufsorientierten Ansatz verfolgt. Mir war wichtig, dass theoretisches Wissen durch praktische Erfahrungen und Einblicke in die reale Berufswelt ergänzt wird. So bin ich auf die HWR Berlin aufmerksam geworden. Sie bot 2010 erstmals diesen Studiengang an – mit einem hervorragenden Curriculum, das Theorie, praktische Projekte sowie den Austausch mit Branchenexpertinnen und Gastrednerinnen miteinander verband.
An welche Situation, Person oder welches Detail an der HWR Berlin erinnern Sie sich besonders und warum?
Ich erinnere mich an alle meine Professor*innen. Besonders beeindruckt hat mich die Kombination aus langjähriger wissenschaftlicher Erfahrung und fundiertem Praxiswissen aus der Wirtschaft, von der wir enorm profitieren konnten.
Außerdem denke ich gern an meine Kommiliton*innen zurück. Es war spannend, Freundschaften mit Menschen aus aller Welt zu schließen und ihre Lebensgeschichten kennenzulernen.
Und natürlich erinnere ich mich auch an die Studierendenpartys und Feierlichkeiten, die viel Spaß gemacht haben – inklusive des einen oder anderen Katers am nächsten Tag.
Welche Erfahrungen während Ihres Studiums haben einen bleibenden Eindruck hinterlassen?
Besonders prägend war für mich der Austausch mit den Gastredner*innen, die von verschiedenen Unternehmen eingeladen wurden und spannende Einblicke in die Praxis gaben.
Auch die Arbeit an meiner Masterarbeit unter der Betreuung von Prof. Dr. Zaby und Dr. Claas Junghans bleibt mir in besonderer Erinnerung.
Auf welche Erfahrung hätten Sie gerne verzichtet?
Auf theoretische Prüfungen, bei denen vor allem das Auswendiglernen von Inhalten im Vordergrund stand.
Welche Erfahrungen aus Ihrem Studium an der HWR Berlin haben sich in Ihrem Berufsleben als besonders wertvoll erwiesen?
Mit Abstand am wertvollsten waren die Praxisprojekte bei Unternehmen wie Bombardier, Kraft Heinz und Biotronik. Die konkreten Erfahrungen, die wir dort sammeln konnten, haben mir ein deutlich realistischeres Verständnis der Arbeitswelt vermittelt als reine Theorie allein.
Gab es Unterstützer*innen, Zufälle oder Schlüsselerlebnisse, die Ihren Weg beeinflusst haben?
Während meiner Zeit an der HWR Berlin lernte ich viele Menschen kennen, die sich für Technologie und Tech-Unternehmen begeisterten. Dieses Themenfeld hatte mich zuvor eher wenig interessiert. Durch diese Begegnungen wurde mir jedoch bewusst, welchen enormen Einfluss Technologie auf die Zukunft haben würde.
Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?
Kein Tag gleicht dem anderen. Jeden Tag lerne ich etwas Neues und werde mit neuen Herausforderungen konfrontiert, die gelöst werden müssen.
In der Regel beginne ich den Tag im Büro mit dem Lesen und Analysieren relevanter Informationen. Danach widme ich mich den Aufgaben und Projekten, die der Tag mit sich bringt. Die Arbeit ist stets abwechslungsreich, spannend und herausfordernd.
An welchem Projekt arbeiten Sie derzeit?
Aktuell baue ich Eigenmarken für Gorillas auf und entwickle sie weiter – von der Produktentwicklung über die Beschaffung bis hin zu Marketing und Markteinführung.
Wie sind Sie zu Ihrem heutigen Beruf gekommen?
Lebensmittel haben mich schon immer begeistert – sowohl das Kochen als auch das Essen. Deshalb wollte ich Produkte entwickeln, die Verbraucher*innen mehr bieten als viele bestehende Angebote auf dem Markt: bessere gesundheitliche Vorteile, hervorragenden Geschmack, ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und gleichzeitig Genuss.
Was gefällt Ihnen besonders an Ihrer aktuellen Tätigkeit?
Dass ich Lebensmittelprodukte entwickeln kann, die von Millionen Menschen gekauft und genossen werden.
Was wird Ihr nächster Karriereschritt sein?
Ich gründe derzeit gemeinsam mit Partner*innen ein eigenes Start-up in Berlin.
Welche Fähigkeiten sind in Ihrem Berufsalltag besonders wichtig?
Mitarbeiterführung, Motivationsfähigkeit, wirtschaftliches Verständnis, Verhandlungsgeschick, Projektmanagement und Networking.
Wie hat Sie Ihr Studium auf Ihren heutigen Beruf vorbereitet? Welche Erfahrungen aus dem Studium begleiten Sie bis heute?
Wie bereits erwähnt, habe ich an der HWR Berlin gelernt, wie die reale Welt tatsächlich funktioniert – und nicht nur, wie sie in Lehrbüchern beschrieben wird.
Vor allem habe ich gelernt, Netzwerke aufzubauen und Beziehungen zu pflegen, um Ideen erfolgreich umzusetzen und beruflich voranzukommen. Leistung und Fachwissen allein reichen oft nicht aus.
Welchen Rat möchten Sie heutigen Studierenden mitgeben?
Baue Beziehungen und Netzwerke zu allen Menschen auf, die du interessant findest. Vielleicht bringt dir der Kontakt heute noch keinen direkten Vorteil, aber möglicherweise später in deinem Berufsleben.
Hab keine Angst, Fragen zu stellen – sei es in Vorträgen, Lehrveranstaltungen oder auf Konferenzen. Wer nicht fragt, bekommt auch keine Antworten. Wenn du von heute an bis zu deinem Studienabschluss jeden Tag fünf neue Fragen stellst, erhöhst du deine Chancen auf beruflichen Erfolg, einen spannenden Job oder die Gründung eines eigenen Unternehmens erheblich.
Mach dir nach dem Studium nicht zu viele Gedanken über ein möglichst hohes Einstiegsgehalt. Konzentriere dich darauf, die richtige Position zu finden – eine, die dir in den nächsten drei bis fünf Jahren die wertvollsten Erfahrungen und Kenntnisse vermittelt.
Was würden Sie heute anders machen?
Ich würde noch mehr Zeit in den Aufbau und die Pflege meines Netzwerks investieren, den Kontakt zu meinen ehemaligen Kommiliton*innen stärker halten und nach dem Studium mehr unternehmerische Risiken eingehen.
Für mich ist die HWR Berlin ...
… der Ort, an dem mein neues Leben und meine berufliche Laufbahn in Deutschland begonnen haben!