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KI-gestützte Krisenkommunikation für Kinder und Jugendliche

Nach den Berliner Stromausfällen 2025 und 2026 erforscht die HWR Berlin, wie KI-gestützte Kommunikation Kinder und Jugendliche in Krisensituationen besser schützt und unterstützt.

11.08.2026

Foto: kerkezz - stock.adobe.com

Die Stromausfälle 2025 und 2026 zeigten, wo die Krisenkommunikation der Stadt an Grenzen stößt und was vor Ort bereits funktioniert. In Treptow-Köpenick informierte das Bezirksamt über einen WhatsApp-Kanal, in Steglitz-Zehlendorf übernahmen Kirchen und Jugendeinrichtungen spontan die Rolle von Anlaufstellen. Bestehende Warnsysteme erreichen jedoch längst nicht alle Menschen. Wie technische und soziale Strategien in der Krisenkommunikation zusammenwirken, erforschen HTW Berlin, ASH Berlin, BHT und HWR Berlin gemeinsam mit Fraunhofer FOKUS im Verbundprojekt KRIKO-BE. Bezirksämter, die Berliner Feuerwehr und die Senatsverwaltung für Inneres und Sport bringen als Praxispartner ihre Erfahrung direkt ein.

Vulnerable Gruppe im Fokus

Die HWR Berlin verantwortet im Projekt das Teilvorhaben zu Kindern und Jugendlichen als besonders vulnerable Gruppe in Krisensituationen. Ein interdisziplinäres Team untersucht die Gestaltungsanforderungen an KI-gestützte Kommunikationssysteme: die Soziologin Prof. Dr.  Caterina Rohde-Abuba und der Wirtschaftsinformatiker Prof. Dr. Sebastian Fischer erforschen zusammen mit fünf wissenschaftlichen Mitarbeitenden die besonderen Schutzbedarfe von Kindern und Jugendlichen vor, während und nach einem Blackout.

Governance-Empfehlungen für Politik und Praxis

Aus ihren Daten und Analysen leitet das Team konkrete Governance-Empfehlungen für sozial inklusive und rechtebasierte Technologien ab. Zusätzlich erarbeitet es Handlungsempfehlungen für Akteurinnen und Akteure aus Politik, Verwaltung und Katastrophenschutz. Diese Empfehlungen helfen dabei, Kinderrechtsperspektiven und KI-bezogene Anforderungen in operative Verfahren und regulatorische Ansätze zu integrieren. Der partizipative Forschungsansatz orientiert sich an internationalen Kinderrechtsrahmen (UNICEF Innocenti 2025) und überträgt die gelebten Erfahrungen junger Menschen in technologisch umsetzbare, sozial inklusive Kommunikations- und Governance-Konzepte.

Kinder und Jugendliche als eigenständige Zielgruppe

Studien zu KI-gestützten Informations- und Konversationssystemen in Gesundheitsversorgung, Bildung und öffentlicher Kommunikation zeigen: Kinder und Jugendliche bilden eine eigenständige Nutzergruppe mit anderen Informationsbedarfen als Erwachsene. Da sich kognitive Fähigkeiten, Risikowahrnehmung und kritisches Informationsverhalten bei ihnen noch entwickeln, vertrauen sie KI-generierten Inhalten oft unkritisch. Zudem können sie meist keine vollständig informierte Einwilligung geben und nutzen digitale Technologien häufig unvorhersehbar. Die Katastrophen- und Krisenforschung befasst sich bislang vor allem mit anderen vulnerablen Gruppen, etwa älteren oder pflegebedürftigen Menschen. Minderjährige treffen die Auswirkungen von Stromausfällen jedoch durch sich überlagernde Ungleichheiten besonders stark. Verlässliche Informationen und effektive Kommunikation beeinflussen maßgeblich, wie Betroffene mit der Krise umgehen und sich davon erholen.

Mehrwert für Prävention und Resilienz

Ein KI-System bietet in Krisen nicht nur Unterstützung bei der unmittelbaren Bewältigung, sondern stärkt auch die präventive Vorsorge: KI-gestützte Kommunikationswerkzeuge können verlässliche Informationsquellen bekannter machen und die Resilienz stärken – schon bevor infrastrukturelle Störungen eintreten.

Junge Teilnehmende für Umfrage gesucht

Im Rahmen des Projekts ist nun eine Umfrage gestartet, zu der Studienteilnehmer*innen im Alter von 6 bis 18 Jahren gesucht werden. 

Wie haben Berlins jüngste Bewohner*innen die Stromausfälle erlebt? Und was braucht es, damit sie die nächste Krise unbeschadet überstehen?


Kontakt: kriko-be(at)hwr-berlin.de
Projektwebseite: ifaf-berlin.de/projekte/kriko-be/

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