Prof. Dr. Alexander Eck
"Wenn ich glaubhaft meine eigene Begeisterung für das Thema vermitteln kann, machen Studierende mit."

Prof. Dr. Alexander Eck (Fachbereich Wirtschaftswissenschaften) erhielt den Preis für Projekt Software Engineering. Studierende entwickeln in rund zehn Teams gemeinsam ein großes Produkt und gestalten dabei nicht nur die technische Umsetzung, sondern auch die Organisation sowie die soziale Interaktion unter realitätsnahen Bedingungen
Prof. Dr. Alexander Eck im Interview:
Wie würden Sie Ihre Lehrphilosophie in einem Satz beschreiben?
In einem Satz formuliert wird es sehr dicht, weil bei mir das Eine zum Anderen führt und am Ende hoffentlich ein Gesamtsystem ergibt. Vielleicht so: Meine Lehre gestalte ich als intellektuell anspruchsvollen Entwicklungsprozess, in dem Ziele, Inhalte und Methoden gesamthaft Studierende über eigenen Kompetenzerwerb dazu befähigen, Verantwortung für ihre Entscheidungsprozesse und Ergebnisse zu übernehmen.

Foto: Manfred H. Vogel
Wie gehen Sie mit heterogenen Lerngruppen um, z. B. unterschiedliche Vorkenntnisse oder Motivationslagen?
Es beginnt bei mir selbst: Wenn ich glaubhaft meine eigene Begeisterung für das Thema vermitteln kann, machen Studierende mit. Das zieht dann immer weitere Kreise, bis nach 3-5 Wochen hoffentlich der gesamte Kurs vom Gelingensfieber gepackt wird. Solche Dynamiken leben vom zwischenmenschlichen Austausch, das ist die große Stärke von Vor-Ort-Lehre. Dann ist da die Orientierung: wenn Studierende von Beginn an wissen, was sie erwartet und wie der Prozess über die kommenden Monate aussieht, können sie selbst navigieren. Die Kunst besteht darin, diese Karte so früh wie möglich aufzufalten, ohne aber ein Gefühl der Überforderung auszulösen - daran arbeite ich noch.
Haben Sie in den letzten Jahren etwas in Ihrer Lehre grundlegend verändert?
Meine Lehre passe ich kontinuierlich an: strukturell in der vorlesungsfreien Zeit, taktisch auch mal im laufenden Semester. Impulse kommen aus allen Richtungen: von den Studierenden, meinen eigenen Beobachtungen und Experimenten, aus Gesprächen mit Kolleg*innen und Industrie. Das ist zwar sehr aufwändig, lohnt sich aber mit Blick auf methodische Weiterentwicklung und inhaltliche Erneuerung. Im aktuellen Durchlauf sammelt eine Studentin sicherlich andere Erfahrungen, als sie es im gleichen Kurs drei Jahre zuvor getan hätte. In Anbetracht von Lehrumfang und Budgetlage muss ich jedoch sehr bewusst priorisieren, welche Veränderungen von Semester zu Semester den größten Mehrwert für Studierende bringen und nachhaltig leistbar sind.
Was lernen Sie selbst noch von Ihren Studierenden?
Unglaublich viel, auf allen Ebenen! Inhaltlich über Projektarbeit oder knackige "Tech Talks" in der Lehre und natürlich bei Abschlussarbeiten. Und ich versuche mein Sensorium an den Lebensrealitäten zu kalibrieren, etwa zu den Herausforderungen einen guten Start ins Berufsleben zu finden.