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Mit einem Stipendium des Parlaments

Mariam Vatchridze ist Stipendiatin der Studienstiftung des Abgeordnetenhauses von Berlin. Im Interview erzählt die Masterstudentin der HWR Berlin, was das für sie persönlich bedeutet.

16.02.2026

Junge Frau mit langem dunklem Haar und hellem Rollkragenpullover in einem Raum mit mehreren Personen und Flipchart im Hintergrund
Foto: Sylke Schumann

Die Studienstiftung des Abgeordnetenhauses ist ein Stipendienprogramm für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Vereinigten Staaten, Großbritannien, Frankreich und den Nachfolgestaaten der Sowjetunion, die entweder über Berlin und damit über deutsche wie deutsch-internationale Fragen arbeiten oder Berliner Forschungseinrichtungen nutzen wollen.

Was macht das Studium an der HWR Berlin für Sie besonders?

Mariam Vatchridze: Ich studiere im Masterstudiengang Political Economy of European Integration und schätze besonders, dass theoretisches Wissen konsequent mit realen Entwicklungen, politischen Debatten sowie aktuellen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen verknüpft wird. Unsere Professorinnen und Professoren schaffen ein offenes und anregendes Lernumfeld, in dem Diskussionen ausdrücklich gefördert werden und Studierende als angehende Fachkräfte ernst genommen und gehört werden. 

Besonders wertvoll ist für mich die intensive akademische Betreuung und das Mentoring innerhalb unseres Fachbereichs. Die Lehrenden ermutigen die Studierenden aktiv, Chancen sowohl innerhalb als auch außerhalb der Hochschule wahrzunehmen – etwa durch Forschungsprojekte, Konferenzen oder professionelle Netzwerke. Ich hatte auch die Gelegenheit, an verschiedenen Fachforen und Konferenzen teilzunehmen und direkt mit führenden Fachpersonen in Kontakt zu treten, was ich sehr zu schätzen weiß. 

Dieses Profil war auch der ausschlaggebende Grund für meine Entscheidung zugunsten der HWR Berlin. Als internationale Studentin haben mich zudem die Vielfalt, Offenheit und akademische Breite des Studienangebots besonders angesprochen. 

Sie bekommen ein Stipendium der Studienstiftung des Abgeordnetenhauses, wie kam es dazu? 

Mariam Vatchridze: Von der Stiftung erfuhr ich während meines Erasmus+-Austauschsemesters an der Freie Universität Berlin, als ich noch im Bachelorstudium war, über meine akademischen Netzwerke in Berlin. 

Ich selbst komme aus Georgien und empfinde dieses Stipendium als eine außerordentlich wertvolle Möglichkeit zur akademischen und persönlichen Weiterentwicklung. Besonders angesprochen hat mich der starke Fokus auf Persönlichkeitsentwicklung, gesellschaftliches Engagement und Verantwortung gegenüber einer demokratischen Gesellschaft. 

Besuch Stipendiat*innen bei einem Workshop an der HWR Berlin, Foto: Sylke Schumann

Was bedeutet das Stipendium für Sie? 

Mariam Vatchridze: Die finanzielle Unterstützung ermöglicht es mir, mich ohne finanziellen Druck vollständig auf mein Studium zu konzentrieren. Darüber hinaus sind für mich jedoch auch die immateriellen Förderangebote von besonderem Wert. 

Als Stipendiatin der Studienstiftung des Abgeordnetenhauses habe ich die Gelegenheit, an politischen und kulturellen Veranstaltungen in Berlin sowie im Brandenburger Landtag teilzunehmen, darunter auch Plenarsitzungen und Diskussionsformate. Diese Erfahrungen ermöglichen es mir, politische Entscheidungsprozesse aus nächster Nähe kennenzulernen und mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft und Politik in Austausch zu treten. Das Stipendium ermutigt mich somit nicht nur zu guten akademischen Leistungen, sondern auch dazu, mich verantwortungsbewusst und engagiert am demokratischen und öffentlichen Leben zu beteiligen. 

War es schwierig, sich zu bewerben, haben Sie vielleicht Tipps für andere? 

Mariam Vatchridze: Der Bewerbungsprozess ist durchaus anspruchsvoll, zugleich jedoch transparent und fair gestaltet. Obwohl eine Vielzahl von Unterlagen einzureichen ist, sind alle Schritte und Anforderungen klar und verständlich auf der Website der Stiftung erläutert, was den gesamten Ablauf gut strukturiert und zugänglich macht. 

Mein zentraler Rat an zukünftige Bewerberinnen und Bewerber ist, nicht nach einem vermeintlich „perfekten“ Profil zu streben, sondern authentisch die eigenen Interessen, Motivationen und Werte darzustellen. Die Studienstiftung des Abgeordnetenhauses von Berlin sucht nicht ausschließlich nach exzellenten akademischen Leistungen, sondern nach reflektierten, engagierten und offenen Persönlichkeiten, die bereit sind, sich aktiv in die Gesellschaft einzubringen. 

Darüber hinaus möchte ich Interessierte ermutigen, sich nicht vom Bewerbungsprozess selbst abschrecken zu lassen. Die intensive Auseinandersetzung mit den eigenen Zielen und Erfahrungen ist bereits unabhängig vom Ausgang des Verfahrens ein wertvoller Schritt der persönlichen Weiterentwicklung.


Die Studienstiftung des Abgeordnetenhauses von Berlin

Das Abgeordnetenhaus von Berlin hat 1994 eine Studienstiftung gegründet und ein Stipendienprogramm ins Leben gerufen - als späten Dank an die Alliierten des 2. Weltkrieges, die fast 50 Jahre lang als Besatzungs- bzw. Schutzmächte fester Bestandteil des öffentlichen Lebens der Stadt Berlin waren. Die Berliner Abgeordneten haben die Studienstiftung beauftragt, die vielfältigen freundschaftlichen Kontakte und Bindungen zu Frankreich, Großbritannien, den USA und Russland sowie den anderen Nachfolgestaaten der Sowjetunion zu erhalten, zu vertiefen und auszubauen.