Studierende lösen reale Zukunftsfragen
Wie bereitet man Organisationen auf eine Welt vor, in der KI und Robotik oft den Arbeitsalltag prägen? Was passiert, wenn Studierende selbst zu Berater*innen mit echten Kunden und Problemen werden?

Im Sommersemester 2026 wurde genau das im Wahlpflichtmodul Consulting am Fachbereich Duales Studium Wirtschaft und Technik der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin Realität. Zwei Projektteams arbeiteten über mehrere Wochen hinweg an hochaktuellen Fragestellungen – zwischen Technologie, Organisation und gesellschaftlicher Verantwortung.
"Der entscheidende Unterschied ist: Unsere Studierenden lernen nicht über Consulting – sie erleben es. Mit all der Unsicherheit, Verantwortung und Dynamik, die echte Projekte mit sich bringen“, beschreibt Prof. Dr. Alexander Tirpitz den Ansatz.
Zukunftsthema Physical AI
Ein Team tauchte tief in die Welt der Physical AI ein – und damit in eines der zentralen Zukunftsthemen unserer Zeit. Während Unternehmen wie Rossmann bereits beginnen, humanoide Roboter in der Lagerlogistik einzusetzen, stellt sich zunehmend die Frage nach den regulatorischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen dieser Entwicklung. Für die Initiative D21 analysierten die Studierenden genau diese Schnittstelle: Sie untersuchten bestehende Regulierung, kartierten relevante Stakeholder und entwickelten strategische Ansätze für politische Wirkung.
„Uns wurde schnell klar: Es geht hier nicht nur um Technologie, sondern um die Frage, wie wir als Gesellschaft Kontrolle, Verantwortung und Nutzen von Physical AI gestalten wollen“, so Project Lead Jakob Stahl.
„Physical AI ist ein Themenfeld, in dem gerade sehr schnell sehr viel passiert. Mich hat besonders gefreut, dass die Studierenden mit echter analytischer Sorgfalt an das Thema herangegangen sind und uns durch ihren Blick von außen ein paar echte Aha-Momente und Impulse zum Aufgreifen beschert haben“, ergänzt Gordon Naninga Fließ, Referent bei der Initiative D21.
Gestaltung von Kollaborationsprozessen
Parallel dazu arbeitete ein zweites Team mit IVU Traffic Technologies an Fragestellungen rund um moderne Wissensarbeit und die Gestaltung von Kollaborationsprozessen. Im Fokus stand dabei auch, wie digitale Technologien und (insbesondere KI) Arbeitsprozesse sinnvoll und human-centeredunterstützen können.
„Unser Anspruch war es, Lösungen zu entwickeln, die nicht nur auf dem Papier funktionieren, sondern echten Mehrwert im Arbeitsalltag schaffen“, erklärt Project Lead Chanell Stanley.
„Die Ergebnisse liefern uns wertvolle Impulse, wie wir Zusammenarbeit und Wissensnutzung weiterentwickeln können – besonders im Zusammenspiel mit neuen Technologien“, so Franziska Mielke, Personalentwicklerin bei IVU Traffic Technologies.
Am Ende standen nicht nur Präsentationen, sondern Ergebnisse mit echtem Nutzen: Handlungsempfehlungen, Tools und Konzepte, die direkt in den Organisationen weitergedacht werden können. Und vielleicht noch wichtiger: Studierende, die erfahren haben, was es bedeutet, Verantwortung zu übernehmen, Unsicherheit auszuhalten und gemeinsam Lösungen für eine zunehmend KI-geprägte Arbeitswelt zu entwickeln.
