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PROVIS: Prognosen für die Verwaltung der Zukunft

PROVIS erforscht den Einsatz von Prognosen im Rahmen eines Predictive Analytics in der Berliner Verwaltung. Ziel ist eine datenbasierte, vorausschauende und effiziente Steuerung.

10.06.2026

Rotes Rathaus in Berlin
Foto: © alxpin / iStock / Getty Images Plus
  • Projekt

    PROVIS – Prognosen und Analytik für die Verwaltung zur innovativen Steuerung

  • Laufzeit

    01. April 2026 – 31. März 2030

  • HWR Berlin

    Fachbereich 3 Allgemeine Verwaltung

  • Projektverantwortlich

    Prof. Dr. Robert Knappe

  • Weitere Projektbeteiligte an der HWR Berlin

    Prof. Dr. John Siegel
    Prof. Dr. Nicola Winter
    Dr. Kerstin Wagner, Wissenschaftliche Mitarbeiterin
    Robert Brust, Wissenschaftlicher Mitarbeiter

  • Projektpartner

    Berliner Hochschule für Technik (BHT)

    Senatskanzlei von Berlin

    Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie

    Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe

  • Förderung

    Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt

  • Projektwebseite

Worum geht es im Kern?

PROVIS erforscht exemplarisch in drei Handlungsfeldern der Berliner Landesverwaltung, wie mathematisch-statistische Methoden, maschinelles Lernen und Künstliche Intelligenz sinnvoll im Verwaltungshandeln eingesetzt werden können: Auf Basis von Predictive und Prescriptive Analytics werden datengestützte Prognosemodelle entwickelt und in einem Open-Source-Softwaretool umgesetzt. Ziel ist es, Verwaltungen zu befähigen, vorausschauend zu planen und zu entscheiden, anstatt nur situativ zu reagieren.

Was motiviert Sie für dieses Thema?

Die Vorgängerprojekte ReComMeND und ReComTrans haben gezeigt, dass datenbasierte Prognosen in verschiedenen öffentlichen Kontexten funktionieren und damit den Impuls gegeben, diesen Ansatz weiterzuentwickeln und auf neue Handlungsfelder zu übertragen. Dass Predictive Analytics in Forschung und Praxis in den vergangenen Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen hat, bestätigt die Relevanz des Themas. Der eigentliche Antrieb bleibt dabei die Perspektive, Verwaltungen von einer reaktiven in eine proaktiv handelnde Rolle zu versetzen. Denn bessere Steuerungsprozesse bedeuten nicht nur effizienteren Ressourceneinsatz in Zeiten von Haushaltsdruck und Fachkräftemangel, sondern letztlich auch mehr Vertrauen der Menschen in staatliche Institutionen.

Wie war die Ausgangslage?

Öffentliche Verwaltungen schöpfen das Potenzial zunehmender Datenverfügbarkeit aus der voranschreitenden Digitalisierung noch nicht aus. Datenbasierte Prognose- und Entscheidungsunterstützungsverfahren werden im operativen und strategischen Verwaltungsmanagement kaum systematisch eingesetzt. Zugleich besteht eine Forschungslücke hinsichtlich hybrider Prognosemethoden im Verwaltungskontext, die interdisziplinäre Bezüge zur Informatik, Mathematik und Verwaltungswissenschaft erfordert.

Welche konkreten Ziele verfolgt das Projekt?

PROVIS entwickelt Verfahren der Predictive und Prescriptive Analytics für mehrere Handlungsfelder der Berliner Landesverwaltung, modelliert diese softwaretechnisch und wird das Prognosetool als Open Source-Lösung frei zur Verfügung stellen. Darüber hinaus sollen die Forschungsergebnisse publiziert und in die Hochschullehre eingebracht werden. Übergeordnetes Ziel ist es, verallgemeinerungsfähige Erkenntnisse zu liefern, die über das Projekt hinaus auf andere Verwaltungsbereiche und Folgeprojekte übertragbar sind.

Wie wollen Sie diese Ziele erreichen?

Das Projekt analysiert zunächst die relevanten Steuerungsprozesse in den ausgewählten Handlungsfeldern gemeinsam mit den beteiligten Landesbehörden als Praxispartner, die auch die notwendige Datenbasis einbringen. Darauf aufbauend werden Prognosemodelle konzipiert, in ein Softwaretool implementiert und unter Berücksichtigung von Erklärbarkeit und unterschiedlicher Datengranularität erprobt. Die interdisziplinäre Teamaufstellung mit Kompetenzen aus Verwaltungswissenschaft, Informatik und Mathematik sowie Ansätze des Change Managements sollen eine nachhaltige Implementierung in der Verwaltungspraxis sicherstellen.

Kontakt

Fachbereich Allgemeine Verwaltung

Prof. Dr. Robert Knappe
Professor für Betriebswirtschaftslehre der öffentlichen Verwaltung 

robert.knappe(at)hwr-berlin.de