Neuigkeit | Alumni-Portrait

Sibel Baladin

Nach der Ausbildung zur Bürokauffrau und einem dualen Studium Verwaltungsinformatik arbeitet sie heute daran, die „Digitale Akte“ für die Berliner Verwaltung auf den Weg zu bringen.

18.02.2026

  • Studiengang

    Verwaltungsinformatik, Fachbereich 3

  • Abschluss

    Bachelor of Arts (B.A.)

  • Abschlussjahrgang

    2019

  • Position / Aktueller Arbeitgeber

    Stadtinspektorin z. A. im IT-Bereich des Schulamtes beim Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin 

Haben Sie bereits vor dem Studium berufliche Erfahrungen gesammelt oder eine Ausbildung abgeschlossen?

Ja. Nach der Schule habe ich eine Ausbildung zur Bürokauffrau gemacht und dabei gleichzeitig die Fachhochschulreife erworben.

Anschließend habe ich zunächst Wirtschaftsmathematik studiert, aber schnell gemerkt, dass mir dieses Fach zu theoretisch war.

Im Studiengang Verwaltungsinformatik an der HWR Berlin haben mir vor allem die Praxisnähe und die vielseitigen Module gefallen – das hat besser zu mir gepasst.

Welche Erinnerungen sind besonders prägend?

Besonders in Erinnerung geblieben ist mir Frau Prof. Dr. Dagmar Lück-Schneider. Die Kombination aus fachlicher Kompetenz und notwendiger, konstruktiver Strenge hat uns optimal auf das zukünftige Arbeitsleben vorbereitet – vielen Dank an dieser Stelle.

Welche Erfahrung im Studium hat Sie nachhaltig geprägt?

Es gab ein Modul, dass ich nicht im ersten Anlauf geschafft habe. Das war ziemlich deprimierend. Es hat mir gezeigt, dass ich nur mit guter Vorbereitung und Fleiß durch das Studium komme. Gelernt habe ich dadurch, wo meine Stärken und Schwächen liegen und ich welche Richtung ich mich fachlich orientieren möchte

Gab es Förderer, Zufälle, Schlüsselerlebnisse, die Ihren Weg beeinflusst haben?

Ein wichtiger Meilenstein war mein Pflichtpraktikum beim ITDZ Berlin, wo ich prägende Erfahrungen sammeln und wertvolle Kontakte knüpfen konnte. Auch meine Bachelorarbeit („Team-orientiertes Ressourcenmanagement im ITDZ Berlin“) entstand in Zusammenarbeit mit dem ITDZ. Anschließend wechselte ich zur msg systems ag, die damals für das ITDZ tätig war, und konnte dort weitere Einblicke in die IT-Beratung gewinnen, die meinen beruflichen Weg entscheidend geprägt haben.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag aus?

Erstmal: ein Kaffee zum Start.
Derzeit arbeite ich zusammen mit einem Kollegen, der auch ein ehemaliger Kommilitone ist, an der Einführung der Digitalen Akte (Projekt des Landes Berlin zum 01.01.2025, EGovG Bln §7, Abs. 1) Die Digitale Akte ersetzt die Papierakte soweit wie möglich, sie dient gleichzeitig als System zur elektronischen Bearbeitung von Prozessen.

Regelmäßig finden Jour Fixe-Termine statt, und ich stehe in ständigem Austausch mit Kolleginnen und Kollegen – auch aus anderen Berliner Bezirksämtern. Besonders im Rahmen des Projekts „Digitale Akte“ gibt es viele Abstimmungen und Zusammenarbeit über verschiedene Fachbereiche hinweg.

Des Weiteren bearbeite ich Anfragen von Kolleg*innen und erledige organisatorische Aufgaben.

Was gefällt Ihnen besonders an Ihrer jetzigen Tätigkeit?

Ich kann in meiner Arbeit das Wissen aus dem Studium direkt anwenden – besonders an der Schnittstelle zwischen Verwaltung und Informationstechnik.

Mir gefällt die offene Kommunikation im Team und der gute Austausch mit Kolleginnen, Kollegen und der Fachbereichsleitung.

Außerdem begeistert mich das Projekt „Digitale Akte“, das mein Kollege und ich gemeinsam aufgebaut haben.

Was sind wichtige Skills, die Sie in Ihrem Berufsalltag benötigen?

Soziale Kompetenzen in Form der professionellen Ebene, essenzielle IT-Kenntnisse, sowie EDV-Kenntnisse mit Programmen wie Microsoft Word, Excel etc. 

Wie gut hat das Studium Sie auf Ihre jetzige Tätigkeit vorbereitet?

Das Studium an der HWR Berlin hat mich fachlich sehr gut auf meine jetzige Tätigkeit vorbereitet – besonders durch die praxisnahen Inhalte und den Bezug zur öffentlichen Verwaltung.

Darüber hinaus habe ich gelernt, mit ganz unterschiedlichen Persönlichkeiten zusammenzuarbeiten. Diese Erfahrung hilft mir heute besonders im Austausch mit Kolleginnen, Kollegen und verschiedenen Fachbereichen.

Welchen Tipp möchten Sie Studierenden gern mit auf den Weg geben, auch über das Studium hinaus?

Bleibt organisiert und rechnet damit, dass es sowohl im Studium als auch im Berufsleben Höhen und Tiefen geben wird – das ist ganz normal.
Nehmt euch außerdem regelmäßig Zeit für Selbstreflexion: Wer seine eigenen Stärken und Fähigkeiten kennt, kann bewusster Entscheidungen treffen und sich gezielter weiterentwickeln.

Die HWR Berlin ist für mich eine der wichtigsten Abschnitte meines Lebens, der mich als Person formte, mir viele Türen öffnete und mir den idealen Einstieg in die Arbeitswelt verschaffte.