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Berufsperspektive Professorin: Karrierewege und Chancen

Am 25. November 2025 fand an der HTW Berlin die hochschulübergreifende Veranstaltung „Berufsperspektive: Professorin an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften statt.

15.01.2026 — Sonja Niedecken

Organisiert wurde die Veranstaltung von den Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten der HTW Berlin, der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin sowie der Berliner Hochschule für Technik. Sie richtete sich an Frauen, die sich für eine Professur an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften interessieren und sich über Voraussetzungen, Karrierewege und Rahmenbedingungen informieren wollten.

Eröffnung der Veranstaltung

Nach der Anmeldung wurde die Veranstaltung mit einer Begrüßung durch Dr. Ulrike Richter der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten der HTW Berlin eröffnet. Es folgte ein Grußwort der Präsidentin der HTW Berlin, die neben einem Überblick über die Bedeutung von Professuren an Hochschulen für angewandte Wissenschaften auch Einblicke in ihren eigenen beruflichen Werdegang als Professorin gab. Der persönliche Zugang bildete einen offenen und motivierenden Einstieg in die Veranstaltung und leitete zu den nachfolgenden Programmpunkten über.

Qualifikationsanforderungen und Berufungsverfahren

Im weiteren Verlauf informierten Viola Philipp, hauptberufliche Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte der HWR Berlin, und Susanne Plaumann, Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte der Berliner Hochschule für Technik, über Qualifikationsanforderungen und Berufungsverfahren für Professuren an Hochschulen für angewandte Wissenschaften. Vorgestellt wurden unter anderem die rechtlichen Rahmenbedingungen nach dem Berliner Hochschulgesetz, zentrale Einstellungsvoraussetzungen sowie der typische Ablauf eines Berufungsverfahrens. Darüber hinaus wurden Wege aufgezeigt, wie fehlende Qualifikationen – etwa Lehrerfahrung oder eine Promotion – gezielt aufgebaut werden können.

Podiumsgespräch: Vielfalt der Wege zur Professur

Ein zentraler Bestandteil der Veranstaltung war das Podiumsgespräch zur Vielfalt der Karrierewege zur Professur, moderiert von Dr. Ulrike Richter. Professorinnen verschiedener Fachrichtungen berichteten über ihre individuellen beruflichen Wege, ihre Erfahrungen mit Berufungsverfahren sowie über ihren Arbeitsalltag an Hochschulen für angewandte Wissenschaften.

Auf dem Podium vertreten waren Prof. Dr.-Ing. Nassrin Hajinejad (HTW Berlin), Prof. Dr.-Ing. Ina Holfelder (Berliner Hochschule für Technik), Prof. Franziska Schuh (HTW Berlin) sowie Prof. Dr. Petra Sußner von der HWR Berlin.

Prof. Dr. Sußner vertrat dabei die HWR Berlin auf dem Podium. Sie ist Professorin für Recht mit dem Schwerpunkt Geschlechterfragen im Recht im Fachbereich Polizei und Sicherheitsmanagement und brachte ihre Perspektive aus einer juristisch geprägten und zugleich gesellschaftlich orientierten Professur in die Diskussion ein. Dabei wurde deutlich, wie unterschiedlich Karrierewege verlaufen können – und wie wertvoll diese Vielfalt für Lehre und Hochschule ist.

Raum für Austausch und Vernetzung

Ergänzt wurde das Podium durch themenspezifische Workshops, in denen ein vertiefender Austausch möglich war. Angeboten wurden Workshops für MINT-Fächer, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Gestaltung sowie für promotionsinteressierte Teilnehmerinnen. Der Workshop zu den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften wurde gemeinsam von Viola Philipp und Prof. Dr. Petra Sußner (HWR Berlin) durchgeführt.

Auch der informelle Ausklang bot Gelegenheit für Gespräche über Fach- und Hochschulgrenzen hinweg. Der persönliche Austausch mit erfahrenen Professorinnen und den Gleichstellungsbeauftragten war ein zentraler Bestandteil der Veranstaltung.

Orientierung geben, Mut machen, Perspektiven eröffnen

Veranstaltungen wie „Berufsperspektive Professorin“ zeigen, wie wichtig Information, Austausch und persönliche Begegnungen für den Weg zur Professur sind. Trotz positiver Entwicklungen sind Professuren in Deutschland weiterhin nicht paritätisch besetzt, und insbesondere an Hochschulen für angewandte Wissenschaften bestehen häufig Unsicherheiten über Anforderungen und Karrierewege.

Durch die Verbindung von fachlichen Informationen, persönlichen Einblicken und Vernetzungsmöglichkeiten tragen solche Formate dazu bei, Transparenz zu schaffen, Hemmschwellen abzubauen und Frauen für den Karriereweg Professur zu ermutigen. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Gleichstellungsarbeit an Hochschulen und zur langfristigen Stärkung von Vielfalt in der Professor*innenschaft.

Im Herbst 2026 wird die hochschulübergreifende Veranstaltung „Berufsperspektive: Professorin an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften“ an der HWR Berlin stattfinden.

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