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Zwischen Stadionsicherheit und Fankultur

Polizeitag in Hamburg zum Thema Stadionsicherheit und Gewaltprävention im Fußball. Die Auswirkungen der Entscheidung des BVerfG zur Kostenbeteiligung bei Hochrisikospielen.

30.03.2026 — Stephen Köppe

Konferenzraum mit Leinwand, auf der 'POLIZEITAG HAMBURG 28. MÄRZ 2023 Störungseffekte trotz Hochrisiko Gewaltprävention und Einsatzführung bei Fußballspielen' steht, daneben ein Banner und ein Pult mit dem Logo der Gewerkschaft der Polizei Hamburg
Foto: Stephen Köppe

Am 24.03.2026 wurden auf dem Polizeitag in Hamburg neue Wege im Umgang mit Hochrisikospielen im Fußball und Gewalt in den Stadien diskutiert. Stellvertretend für die weiteren Projektverantwortlichen Prof. Dr. Jan Roggenkamp und Prof. Dr. Juergen Weichselgartner präsentierte und diskutierte Stephen Köppe aus dem Fachbereich 5 die Ergebnisse des Berliner Modellprojekts „Stadionsicherheit – mit Recht“ mit Vertretern aus Politik, Gewerkschaften, Polizei, Vereinen, der privaten Sicherheit und Fanvertretern.

Das interdisziplinäre Projekt an der HWR Berlin analysierte Stadionsicherheit aus rechtlicher sowie einsatztaktischer Perspektive und brachte Akteure aus der Politik, den Vereinen, der Polizei und der privaten Sicherheit in den gemeinsamen Dialog. Im Fokus stand die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts von 2025 zur Kostenbeteiligung von Vereinen an Polizeieinsätzen bei Risikospielen.

Fragen im Rahmen von Polizeieinsätzen im Stadion

Welche Auswirkungen hat die Entscheidung des BVerfG 2025 zum Thema Kostenbeteiligung der Vereine bei Polizeieinsätzen zu Risikospielen in der Praxis?
Eine vollständige Einzelfallabrechnung gilt als zu bürokratisch, weshalb pauschale Modelle diskutiert werden. Gleichzeitig besteht Klärungsbedarf hinsichtlich der Rolle von Verbänden und Vereinen bei der Finanzierung. Zudem wurde die Notwendigkeit standardisierter Gefahrenprognosen zwischen Polizei, Vereinen und privater Sicherheit betont, um eine verlässliche und rechtssichere Datengrundlage zu schaffen.

Welche Rahmenbedingungen sind notwendig, um über eine Reduktion von Polizeikräften im Stadion diskutieren zu können?
Eine mögliche Reduzierung von Polizeikräften in Stadien wurde erörtert. Diese würde eine stärkere Einbindung privater Sicherheitsdienste erfordern, verbunden mit höheren Anforderungen an deren Qualifikation. Hier ist die DFL/der DFB gefordert.

Welche Möglichkeiten, Grenzen und Potentiale eröffnen sich im Hinblick auf die Annäherung von Fanszene, Polizei und privater Sicherheit?
Hier liegt der Schwerpunkt in der Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Fans, Polizei und privaten Sicherheitsdiensten. Mehr Dialog, Perspektivwechsel und gemeinsame handlungsleitende Werte gelten als Schlüssel für ein sicheres Stadionerlebnis.

Im Ergebnis stand: Fankultur und Sicherheit müssen nicht im Gegensatz zueinander stehen! 

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