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Klimawandel durch saubere Energien eindämmen

Wie wir die Energiewende meistern, war Thema der Podiumsdiskussion bei der Semestereröffnung des Studium Generale der HWR Berlin am 29. Oktober 2019.

31.10.2019

Podiumsdiskussion bei der Semestereröffnung des Studium Generale an der HWR Berlin am 29. Oktober 2019
"Die Energiewende meistern": Podiumsdiskussion bei der Semestereröffnung des Studium Generale an der HWR Berlin am 29. Oktober 2019

Die Zeit läuft: Nach Ansicht von Klimaexpertinnen und -experten bleiben der Menschheit 15 bis 20 Jahre, um die Erderwärmung auf maximal 1,5 Grad Celsius zu beschränken. Überschreiten wir diese Marke, werden die Folgen verheerend sein, fürchten Fachleute. Stürme, Dürren, Überflutungen und andere extreme Wetterereignisse drohen. 

Warum ist die Energiewende dennoch ins Stocken geraten? Das diskutierten Expertinnen und Experten, Vertreter der Energiewirtschaft, Studierende und Hochschulangehörige bei der Semestereröffnung des Studium Generale an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin (HWR Berlin) am 29. Oktober 2019. Unternehmensberater Stephan Bohle moderierte die Diskussion.

Wissenschaft zweifelt, hinterfragt und kritisiert

Prof. Dr. Susanne Meyer, Vizepräsidentin der HWR Berlin, ist für das Studium Generale zuständig. Die Podiumsdiskussion im Haus B am Campus Schöneberg sei traditionell die Veranstaltung, mit der das Lehren und das Lernen neu beginne, sagte sie bei der Semestereröffnung. Wissenschaft und Lehre müssten Haltungen hinterfragen, analysieren, verstehen, diskutieren und kritisieren. 

3.400 Studierende haben im Wintersemester 2019/20 neu an der HWR Berlin angefangen, erklärte Hochschulpräsident Prof. Dr. Andreas Zaby in seinem Grußwort. Die Hochschule fördere aktiv die Umsetzung von neuen Ideen. „Wir müssen über Grenzen blicken, um große globale Herausforderungen wie die Klimakrise zu lösen“, zeigte er sich überzeugt.

Klimaschutz ist unattraktiv

Als Vertreterin der jungen Generation saß Helen Schroder auf dem Podium. Die Schülerin des Berliner Beethoven-Gymnasiums ist Mitglied im Vorstand des Landesschülerausschusses. Ihre Schule kooperiert mit der HWR Berlin. „Klimaschutz ist so unfassbar unattraktiv, weil Politikerinnen und Politiker ihre Wiederwahl nicht gefährden wollen“, kritisierte sie. 
 

Das Klimapaket der Bundesregierung ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Es muss aber noch viel mehr getan werden, bevor wir davon reden können, dass wir auf dem richtigen Weg sind.«

Helen Schroeder, Schülerin des Beethoven-Gymnasiums, Berlin-Lankwitz

Die junge Generation trage eine riesige Frustration mit sich herum. Schließlich gehe es um ihre Zukunft. Die Politik müsse endlich handeln und Rahmenbedingungen schaffen, um die Erderwärmung innerhalb der nächsten 15 Jahre auf 1,5 Grad zu beschränken, forderte Schroeder.

Mehr Mut zu schmerzhaften Einschnitten

Prof. Dr. Volker Quaschning ist Experte für regenerative Energiesysteme an der Hochschule für Wirtschaft und Technik Berlin (HTW Berlin). „Die Zeit wird knapp. Wir haben einen Planeten zu retten“, warnte er. Die Energieversorgung müsse bis 2035 komplett umgebaut werden. Mehr Mut zu schmerzhaften Einschnitten sei erforderlich. Dabei sei jede und jeder Einzelne gefragt. 

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Tipps, um das Klima zu schützen

vom Experten für regenerative Energien, Volker Quaschning:

  • Auf Benzin- und Dieselautos verzichten
  • Selten oder gar nicht fliegen
  • Sich vegan ernähren
  • Erneuerbare Energien nutzen

Klimaschädliches Verhalten muss teuer werden

Paul-Georg Garmer, Leiter Public Relations beim Netzbetreiber „TenneT“, nannte zwei Gründe für das Stocken der Energiewende: die fehlende Abstimmung zwischen den europäischen Staaten und die mangelnde Akzeptanz erneuerbarer Energien bei Betroffenen vor Ort. „Hier ist mehr Aufklärung, Vermittlung und Information erforderlich“, sagte er.

Nicht nur die Politik sei gefragt, betonte Katharina Gapp. Auch Haushalte, Unternehmen, Handel und Verkehr müssten ihren Teil beitragen. Gapp ist Leiterin des Instituts für Nachhaltigkeit an der HWR Berlin: Mehr Wohlstand führe nachgewiesenermaßen zu mehr Energiekonsum. Energie zu verbrauchen müsse deshalb teuer werden, etwa durch eine CO2-Steuer, so ihr Vorschlag.

Wie ökologisch sind E-Autos?

Mehrere Studierende und Hochschulangehörige nahmen auf dem freien Stuhl auf dem Podium Platz, um neue Fragen und Aspekte in die Diskussion einzubringen. Dabei ging es unter anderem um die Ökobilanz von Elektroautos und um finanzielle Anreize für mehr Klimaschutz. Am Ende der Diskussion stand die aufrüttelnde Erkenntnis: „Wir müssen schneller werden, wir haben zu wenig Zeit übrig“, so Katharina Gapp.

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