Netzwerke und Konsortien

Das IMO initiiert und pflegt internationale Netzwerke mit Hochschulen weltweit, um die Studierenden- und Dozentenmobilität zu fördern, gemeinsame Forschungsprojekte und Veröffentlichungen zu initiieren, gemeinsame akademische Konferenzen zu organisieren sowie gemeinsame Curricula zu entwickeln.

Jahrestagung der Fachgruppe Recht zum Thema „Justiz in Osteuropa“

vom 20. bis 22. November 2014

Im Rahmen der Jahrestagung der Fachgruppe Recht der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde e.V. (DGO) organisierte das Institut für Verwaltungsmodernisierung und Polizeireform in Mittel- und Osteuropa (IMO) der HWR Berlin in Kooperation mit dem Osteuropainstitut der FU Berlin und dem Ostinstitut Wismar eine dreitägige Fachtagung zum Thema: „Justiz in Osteuropa“. Es nahmen ca. 45 Wissenschaftler/-innen, Doktoranden und interessierte Personen aus Deutschland, Israel, Polen, Ungarn, Russland und der Ukraine teil. Die Tagung fand in den Räumlichkeiten der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin am Campus Schöneberg statt und wurde mit Mitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der DGO unterstützt

Eröffnet wurde die Jahrestagung mit einen Vortrag von Prof. Dr. Dr. h.c. Angelika Nußberger, Richterin am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, zum Thema „Justiz und Menschenrechte in Osteuropa“ (Foto 1) und einem Grußwort von Prof. Dr. Friedericke Maier, Vizepräsidentin der HWR Berlin. Bei dem anschließenden Abendempfang im Foyer der HWR Berlin bot sich den Teilnehmern/-innen die Gelegenheit zum informellen Austausch .

Die Teilnehmer/-innen diskutierten die aktuellen Entwicklungen in der Justiz im Be-reich des öffentlichen und privaten Rechts in den osteuropäischen Ländern in 6 thematisch gegliederten Panels. Hierzu hielten Wissenschaftler/-innen, die von der HWR Berlin, der FU Berlin und dem Ostinstitut Wismar eingeladen wurden, Impulsreferate (Foto 3). Die Themen der Panels waren: „Verwaltungs- und Verfassungsjustiz in der Ukraine/ Russland/ Polen/Ungarn“, die „Justizreform in der Ukraine“, die „Modernisierung des Zivilverfahrens“ und „Justizorganisation und außergerichtliche Streitbeilegung“ in osteuropäischen Ländern.

Als Ergebnis der Tagung ist eine gemeinsame Veröffentlichung in der Schriftenreihe des IMO beim Berliner Wissenschaftsverlag geplant.

Geschichte des Forums

Im Jahr 1992 haben die Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege Berlin und die Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Kehl mit drei polnischen Wyzsza Szkola Administracji Publicznej (WSAP) in Szczecin, Kielce und Łodz vereinbart, ein Hochschulnetzwerk für den Bereich der Verwaltungsausbildung und -fortbildung zu gründen.

Das Netzwerk wurde in den Folgejahren durch die Aufnahme der WSAP Białystok und die Uniwersytet WarmiÅ„sko-Mazurski UWM, Olstyn (Fachbereich Recht und Verwaltung) erweitert und nennt sich seit dem Jahr 2000 „Forum deutscher und polnischer Verwaltungshochschulen / Forum Niemieckich i Polskich Szkół Administracji“. Im Jahr 2002 kamen die Fachhochschule der Sächsischen Verwaltung in Meißen und die Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege in Güstrow als Mitglieder hinzu.

Anfang 2013 wurde auf einer Strategietagung beschlossen, das Forum durch Aufnahme von polnischen Universitäten mit Fakultäten für Recht und Verwaltung akademisch aufzuwerten. Die Uniwersytet Rzeszowski und die Uniwersytet im. Adama Mickiewicza, PoznaÅ„ wurden als neue Mitglieder in das Forum eingeladen.

Zwischen den deutschen und polnischen Hochschulen bestehen schriftliche, bilaterale Kooperationsvereinbarungen. Die Verstetigung der Beziehungen, der Abbau gegenseitiger Vorurteile, die fachwissenschaftlichen Diskussionen, der Vergleich zwischen polnischen und deutschen Verwaltungstraditionen, die unmittelbaren Mitwirkungsmöglichkeit im Verwaltungsalltag eines anderen Landes sowie der damit verbundene Erwerb von Fremdsprachen sind von großer Nachhaltigkeit und ein erklärtes Ziel des Forum deutscher und polnischer Universitäten und Verwaltungshochschulen.
 

Polnische Mitglieder

Deutsche Mitglieder

Programm

Gemeinsame Studierendenseminare und ERASMUS Mobilitäten:

Die Studienangebote der beteiligten Hochschulen sind auf den Erwerb einer europabezogenen Verwaltungskompetenz ausgerichtet, die es den Absolventinnen und Absolventen ermöglicht, den immer enger werdenden Bezug zwischen europäischen Verwaltungsvorgaben und lokalen Verwaltungsstrukturen später reformorientiert umzusetzen. Dieses Qualifikationsprofil wird praxisbezogen vermittelt und der Praxisbezug ist demzufolge auch ein wesentliches Element im gemeinsamen Programm im Rahmen der deutsch-polnischen Seminare und Bilateralen ERASMUS Mobilitäten von Studierenden und Dozenten.

Gemeinsame Forschung und Veröffentlichungen

Im Winter 2013 wird erstmalig einer gemeinsame Veröffentlichung der Forumsmitglieder AMW Olsztyn und der HWR Berlin im Rahmen der beim Berliner Wissenschaftsverlag publizierten Schriftenreihe des IMO erscheinen. Weitere gemeinsame Veröffentlichungen der Mitglieder des Forum sind geplant.

Förderung

Deutsch-Polnische Planungskonferenz

Im April jeden Jahres treffen sich Repräsentanten der Partnerhochschulen in Berlin, um über den Ablauf der Programme zu berichten und das Programm des Folgejahres festzulegen. Hierzu gehören die Festlegung von Ort und Thema des Seminars im nächsten Jahr, die Diskussion über Standards und die Beteiligung an EU Programmen und anderen Fördermöglichkeiten sowie bilaterale Aktivitäten und Finanzierungsfragen.

Durch Projekte im Rahmen von Bachelor Plus und Ostpartnerschaften sind in den letzten Jahren vielfältige Kontakte zu Partnerhochschule in Serbien, Slowenien, Ungarn, Bulgarien und Rumänien entstanden. In 2013 entwickelte sich ein Konsortium Südosteuropa für die Beantragung eines gemeinsamen TEMPUS IV Antrages zum Thema Capacity development programme for Civil Servants in Serbia and Montenegro.

Das Konsortium umfasst die EU Partner

Partner in Montenegro sind die Mediteran University, und European Movement sowie die Chamber of Commerce und Ministerien.

In den Metropolen Mittel-, Südost- und Osteuropas, sowohl in den neuen EU-Mitgliedsstaaten als auch in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion, boomt die Sicherheitsbranche. Der Prozess der Osterweiterung der Europäischen Union, das Entstehen neuer Nationalstaaten und die oft rasante wirtschaftliche Entwicklung haben neue Märkte für Sicherheitsfirmen geschaffen. Wirtschaftliche Freiheit und Globalisierung ermöglichen, dass Sicherheitsdienstleistungen häufig nicht mehr nur national, sondern international angeboten werden.

Im Rahmen dieses Netzwerkes werden neuen Entwicklungen untersucht. Insbesondere werden die tatsächlichen, wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen für das Sicherheitsgewerbe in ausgewählten Ländern Mittel-, Südost- und Osteuropas erforscht. Ein Schwerpunkt hierbei wird auf die großen Metropolen entlang der Donau gelegt mit dem Ziel, Perspektiven für eine weitere Internationalisierung bzw. verstärkte internationale Kooperation für in Deutschland ansässige Sicherheitsfirmen aufzuzeigen.

Die Donau ist ein zentraler Transportweg in Mittel-, Mittelost- und Südosteuropa, insbesondere für den Containertransport auf dem Wasser. Zahlreiche große Hafenanlagen, teilweise kombiniert mit Raffinerien, befinden sich in Deutschland, Österreich, der Slowakei, Ungarn, Kroatien, Serbien, Rumänien, Bulgarien, der Ukraine und Moldawien.

Studierende des Studiengangs Sicherheitsmanagement analysieren Sicherheitsprobleme und Sicherheitskonzepte für ausgewählte Hafenanlagen und entwickeln eigenständig Sicherheitskonzepte.

Ergänzend dazu finden jährlich Exkursionen zu Häfen entlang der Donau statt und aktuell auch in Anrainerstaaten des Schwarzen Meeres. In enger internationaler Zusammenarbeit mit Partnerhochschulen und Sicherheitsfirmen in der Region erkunden die Studierenden die Situation vor Ort und diskutieren ihre Ergebnisse mit Dozenten und Studierenden der Partnerhochschulen und den Verantwortlichen an den Häfen.

Exkursionen

In 2009 (14.-20.06.) trafen sich Studierende und Professoren mit Partnerhochschulen in Wien, Österreich, Bratislava, Slowakei und Maribor und Ljubljana, Slowenien. Es wurden in einem Workshop Grundlagen gelegt, die im Weiteren in die selbständige Durchführung einer Sicherheitsanalyse eines Donauhafens in der Slowakei mündete. Die Partnerhochschulen waren die FH Campus Wien in Österreich, die Akademia Policajneho Zboru v Bratislave, in der Slowakei und die Universität Maribor, Faculty of Criminal Justice and  Security in Ljubljana, Slowenien.

In 2010 reisten die Studierenden mit 2 Dozenten vom 10. bis 27.06.2010 nach Österreich, in die Slowakei und nach Ungarn und diskutierten mit Professor/innen und Studierenden der Akademia Policajneho Zboru V Bratislave in der Slowakei, FH Campus Wien in Österreich und der Police College Rendortiszti Föiskola Budapest, Ungarn (heute: National University of Public Service).

In 2011 reisten Studierende mit zwei Dozenten vom 5.06. bis 12.06. nach Zagreb und Vukovar in Kroatien und nach Belgrad und Pancevo (Hafenbesichtigung) in Serbien. Sie trafen sich mit Vertretern und Studierenden in der Hochschule Polytechnic College Velika Gorica in Kroatien und der Universität Belgrad, Faculty of Security in Serbien.

In 2012  trafen sich Studierende und Professor/innen der HWR Berlin vom 19. bis 24.06. mit Vertretern und Studiereden von Hochschulen in Bulgarien und Rumänien, an der Constanta Maritime University in Constanta, in Rumänien und der Varna Free University, in Bulgarien fand ein internationaler Studierendenworkshop zum Thema „Sicherheit an Donau- und Schwarzmeerhäfen“ statt Am 22. und 23.6. nahm die Gruppe an der internationalen Konferenz „University Education in the Security Sphere“ teil.

In 2013 reiste die Swimming Conference vom 30.05. bis zum 5.60. in die ukrainische Schwarzmeerstadt Odessa und diskutierte vor Ort mit Professor/innen und Studierenden des Odessa Regional Institute of Public Administration (NAPA) Fragen der Hafensicherheit und der Sicherheitsausbildung. Unter anderem wurde die internationale Logistik-Messe Intertransport besucht und unter kundiger Leitung der große Hafen von Odessa mehrfach, leider nur von außen, aber immerhin auch von See aus, unter Sicherheitsgesichtspunkten unter die Lupe genommen.

Ab 2014 sind weitere Exkursionen geplant.

Die Kontakte mit Partnerhochschulen in der Ukraine entwickelten sich aus der im Rahmen des Programms Ostpartnerschaften des Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) geförderten wissenschaftlichen Austausches mit der Staatlichen Akademie für Öffentliche Verwaltung beim Präsidenten der Ukraine, Regionalinstitut Lviv und der Staatlichen Akademie für Öffentliche Verwaltung beim Präsidenten der Ukraine in Kiev. Die Kontakte zur NAPA Kiev verstetigten sich 2007 -2010 durch die Beauftragung der FHVR (einer der beiden Vorgängereinrichtungen der HWR) durch die GTZ (heute GIZ), die NAPA bei der Entwicklung eines den Anforderungen eines demokratischen Rechtsstaats entsprechenden Masterstudiengang für die Öffentliche Verwaltung (MPA) zu beraten und zu unterstützen.

Gemeinsame Bemühungen eines TEMPUS IV Antrages weiteten die Kontakte in der Ukraine aus. Seitdem verstetigten sich die Kooperationen mit der Taras Shevchenko Universität in Kiev und der Staatlichen Akademie für Öffentliche Verwaltung beim Präsidenten der Ukraine, Regionalinstitut in Odessa.

Seit 2009 finden jährlich - von der HWR Berlin organisiert und vom DAAD im Rahmen des Sonderprogramms Unterstützung der Demokratie in der Ukraine gefördert - zweiwöchige, rechts- und verwaltungswissenschaftliche Summer Schools für ukrainische Masterstudierende statt. Das Netzwerk umfasst mittlerweile acht Institutionen in der Ukraine, die sich geographisch über die ganze Ukraine verteilen: Staatlichen Akademie für Öffentliche Verwaltung beim Präsidenten der Ukraine in Kiev, und deren rechtlich selbständige Regionalinstitute in Charkiv, Dnipropetrovsk und Odessa, Taras Shevchenko Universität in Kiev, Ivan Franko National University in Lviv und Humanistische private Universität in Zaporižžja.

In 2014 wird sich erstmalig auch das Regionalinstitut Lviv der Staatlichen Akademie für Öffentliche Verwaltung (NAPA) an der Summerschool beteiligen, vorbehaltlich einer positive Bewertung des beantragten Projektes für 2014 im Sonderprogramm des DAAD „Unterstützung der Demokratie in der Ukraine“.

Die HWR Berlin kooperiert seit langem mit Russischen Hochschulen in den Bereichen Wirtschaft, Recht und Verwaltung. Partnerschaftsverträge bestehen mit:

Im Bereich Wirtschaft kooperiert die HWR Berlin seit mehr als 20 Jahren verlässlich und mit gegenseitiger Wertschätzung mit der FINEC St. Petersburg (reger Austausch von Studenten/innen und Dozenten/innen, gemeinsame Forschungen und Veröffentlichungen, enge Abstimmung von Lehrinhalten). Das TEMPUS-finanzierte Projekt „Post Graduate Course – MBA Health Care Management“ war der Ausgangspunkt der Partnerschaft mit der Universität der Völkerfreundschaft in Moskau.

Im Bereich Verwaltung konzentriert sich die Zusammenarbeit derzeit auf den Bereich der Forschung. Auf den internationalen Jahreskonferenzen der Fakultät für öffentliche Verwaltung der Lomonosov-Universität in den Jahren 2006 und 2007 trugen Professoren der HWR Berlin zu aktuellen Fragen des Kommunalrechts und der akademischen Verwaltungsausbildung vor. Sowohl mit dieser Fakultät als auch mit den großen überregionalen Akademien für den Staatsdienst in St. Petersburg und in Novosibirsk bestehen gute Arbeitsbeziehungen im Bereich der Verwaltungsausbildung.

Im Bereich Recht bestehen enge Forschungskontakte mit der Juristischen Fakultät der Staatlichen Universität St. Petersburg. Gemeinsam wurde ein Panel zur Verwaltungsrechtskultur im Rahmen des Weltkongresses des International Council for Central and East European Studies in Stockholm 2010 organisiert. Gute Beziehungen zum Law Institut der Universität Irkutsk bestehen seit dem Forschungsaufenthalt von Prof. Baller in den Jahren 1989/1990 in Sibirien

An der im Rahmen des deutsch-russische Symposium erschienenen Veröffentlichung Recht und Verwaltung in Deutschland und Russland (BWV 2012) beteiligten sich Wissenschaftler/innen der Moskauer Staatliche Lomonosov- Universität, Fakultät für öffentliche Verwaltung; Staatliche Universität St. Petersburg, Juristische Fakultät; Russische Akademie für Volkswirtschaft und Staatsdienst, Nord-West Institut, St. Petersburg; Russische Akademie für Volkswirtschaft und Staatsdienst, Sibirisches Institut, Novosibirsk; und der Staatlichen Universität Irkutsk, Rechtswissenschaftliches Institut.