Schriftenreihe

Im September 2012 schloss das IMO mit dem Berliner Wissenschaftsverlag ein Herausgebervertrag für eine Schriftenreihe „Recht, Sicherheit und Verwaltung in internationaler Perspektive (Law, Security and Public Administration in an International Perspective) mit einer ersten Laufzeit bis zum 31. Dezember 2015 ab. Die Schriftenreihe soll in erster Linie ein Forum für eine verstärkte wissenschaftliche Zusammenarbeit mit unserer Partnerhochschulen in Mittel-, Südost- und Osteuropa sowie neu zu erschließenden Regionen sein. Dabei soll gleichzeitig das Forschungsprofil des IMO gestärkt werden. Da die Schriftenreihe hohen akademischen Ansprüchen genügen soll, liegt laut Verlagsvertrag die Verantwortlichkeit des Herausgebers insbesondere auch auf wissenschaftlicher Redlichkeit und auf das Aufweisen fremde Texte und Gedanken in fachangemessener Zitierweise (Plagiatverbot). Diese in Deutschland und in entwickelten anglophonen Staaten vorbehaltlos akzeptierten Standards sind in vielen Regionen, die von den geplanten kooperativen und internationalen Veröffentlichungen in der Schriftenreihe vorgesehen sind, (leider) noch keine Selbstverständlichkeit. Deshalb bedarf dieser Bereich einer intensiven konzeptionellen Vorbereitung, damit die Schriftenreihe nachhaltig das Forschungsprofil des IMO und der HWR Berlin stärken kann. Es soll eine nachhaltige Struktur für eine Schriftenreihe geschaffen werden, in der pro Jahr mindestens ein international ausgerichteteter Band erscheint.

Dieser Band vereinigt die Beiträge eines interdisziplinären rechts- und verwaltungswissenschaftlichen deutsch-russischen Symposiums, das im Rahmen der Russland-Wochen an deutschen Hochschulen 2012 der Hochschulrektorenkonferenz, wiederum im Rahmen des deutsch-russischen Jahres der Bildung, Wissenschaft und Innovation 2011/2012, vom 23. bis 24. April 2012 an der HWR Berlin stattgefunden hat. Professor/innen sowie Studierende aus vier großen Wissenschaftsstandorten der Russischen Föderation folgten der Einladung des IMO: Die Moskauer Staatliche Lomonosov Universität (Fakultät für öffentliche Verwaltung); die Staatliche Universität St. Petersburg (Juristische Fakultät); die Russische Akademie für Volkswirtschaft und Staatsdienst, Nord-West Institut, St. Petersburg; die Russische Akademie für Volkswirtschaft und Staatsdienst, Sibirisches Institut, Novosibirsk und die Staatliche Universität Irkutsk (Rechtswissenschaftliches Institut).

Unter dem Leitthema „Verwaltung und Recht: Reformimpulse durch akademische Ausbildung und Hochschulkooperation“ wurde in einem rechtswissenschaftlichen Panel mit dem Thema: „Verwaltungsrechtskultur und Rechtswirklichkeit“, einem verwaltungswissenschaftlichen Panel „Computergestützte Verwaltungsorganisation zum Nutzen der Bürger und Wirtschaft“ und einem Studierenden-Panel zu „Good Governance“ diskutiert.

Der zweite Band der Schriftenreihe beschäftigt sich mit der Entwicklung eines Internationalen Jahres im Studiengang Sicherheitsmanagement und enthält wissenschaftliche Beiträge der Lehrenden aus Serbien, Großbritannien und Deutschland. Er ist im April 2014 im Berliner Wissenschaftsverlag erschienen.

Der dritte Band mit dem Arbeitstitel „Administrative Traditions in Poland and Germany: Similarities and Differences“ ist eine Kooperation zwischen der HWR Berlin und der Universität Ermland-Masuren in Olstyn, Polen, und erscheint in Kürze. Die Veröffentlichung wird durch die deutsch-polnische Wissenschaftsstiftung gefördert. Am 19. und 20.9 2013 fand hierzu eine Fachtagung an der HWR Berlin statt.

Als Ergebnis wurde eine gemeinsame Publikation zum Thema veröffentlicht mit folgenden Beiträgen:

  • Public Private Partnership in Germany - an economic and public law legal overview (Prof. Dr. Oesten Baller, Prof. Dr. Joachim R. Daduna)
  • The Project of the Tunisian Law on Public Private Partnership (Prof. Dr. Lofti Mechichi, Zohra Smaali)
  • The Benchmarking of Tunisia’s Draft Law on Public Private Partnership (Prof. Dr. Zouheir Buchaddakh)
  • Accountability Problems in Public-Public Partnership and Legal Solutions in a Guarantor State (Prof. Dr. Hartmut Aden)
  • German and European Contract and Procurement Law and PPP (Prof. Dr. Dörte Busch, Wolfgang Strehl)
  • Private Partnerships (Prof. Dr. A. Trikki, S.Mjahed Hammami, C. Turki Sassi)
  • Funding and Cost-Benefit Analysis of PPP Projects (Prof. Dr. Ursula Walther
  • Techno Parks as a Vehicle for PPP ( M. Naceur Azaiez, A. Ben Yaghlane)
  • The Tunisian “Caisse des Dépôts et Consignations” ( Dr. K. Chaabouni, F. Siala Guermazi, A. Zantour)
  • Police Private Partnership: Cooperation between Public and Private Security on the Example of Sports Events in Germany (Prof. Dr. Sabrina Schönrock)

Eine unabhängige und funktionsfähige Justiz ist eine unverzichtbare Voraussetzung für einen demokratischen Rechtsstaat und eine stabile wirtschaftliche Entwicklung. In den beiden größten Ländern im postsowjetischen Raum, in Russland und der Ukraine, ist es ein weiter Weg hin zu einer unabhängigen Justiz, gerade wenn man die gerichtliche Kontrolle des Präsidenten und der Regierung in den Blick nimmt. Aber auch in Ungarn und Polen, Mitglieder der Europäischen Union seit 2004, ist die Verfassungsjustiz auf Grund zunehmenden politischen Drucks in ihrer Unabhängigkeit bedroht. Juristen aus diesen Ländern sowie aus Deutschland und aus Israel untersuchen unterschiedliche Fragen des Zustands und der Entwicklung der Justiz, primär in den Ländern Russland, Ukraine, Polen und Ungarn.

Die Beiträge sind das Ergebnis der Jahrestagung der Fachgruppe Recht der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde e.V. (DGO) vom 20. - 22.11.2014 an der HWR Berlin zum Thema "Justiz in Osteuropa.