24.06.2019 — Pressemitteilung 32/2019Pressemitteilung 32/2019 | 24.06.2019

Weiterbildungsprogramm

Sich gegenseitig stärken

Für einen Aufsichtsratsposten kann man sich nicht bewerben, nur empfehlen. Das Weiterbildungsprogramm »Strategische Kompetenz für Frauen in Aufsichtsräten« an der HWR Berlin ist ein Türöffner.

Joana Hauff will ihre Rolle im Familienunternehmen finden, ihre strategischen Kompetenzen für Aufsichtsgremien stärken und an ihrem Netzwerk arbeiten. Foto: Sylke Schumann

»Es verändert sich gerade sehr viel in unserem Familienunternehmen und ich bin dabei, meine Rolle zu finden«, erklärt Joana Hauff ihre Motivation, sich in den kommenden acht Monaten das theoretische, als auch praktisches Rüstzeug für Aufgaben in Aufsichtsbeiräten anzueignen.

Am 21. Juni 2019 startete die einzigartige berufsbegleitende Qualifizierung für Mandatsträgerinnen und Frauen, die Funktionen in Aufsichtsgremien anstreben, an der Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) Berlin in die sechste Runde. 18 Frauen aus ganz Deutschland, darunter Unternehmerinnen und Geschäftsführerinnen, Wissenschaftlerinnen und eine stellvertretende Bezirksbürgermeisterin, vertiefen an der Berlin Professional School betriebswirtschaftliches und juristisches Fachwissen, setzen sich mit Themen rund um Corporate Responsibility auseinander und erarbeiten persönliche Ziele und Kompetenzprofile. Sie erhalten individuelles und Gruppencoaching und entwickeln Handlungskompetenzen, um sich wirksam in einem Leitungs- und Kontrollgremium zu positionieren.


18 Frauen aus vielen Berufen und auf unterschiedlichen Stufen der Karriereleiter starten in das spezielles Weiterbildungsprogramm für Aufsichtsrätinnen an der Berlin Professional School der HWR Berlin. Foto: Sylke Schumann

»Weiterbildung ist ein Muss. Dieses spezifisch ausgerichtete Programm passt genau zu meiner beruflichen Situation und dem, was ich lernen will«, sagt Joana Hauff. Die studierte Politikwissenschaftlerin hat bis vor kurzem in der Online-Kommunikation der Nichtregierungsorganisation Ärzte ohne Grenzen gearbeitet und sattelt nun um ins eigene Familienunternehmen, wenn auch nicht ins operative Geschäft. »Die Gesundheitsinformationsbranche wandelt sich rasant, es braucht neue strategische Ausrichtungen. Außerdem steht in den nächsten Jahren die Nachfolge in unserer Firma an«, sagt die 35-Jährige. Die internationale Unternehmensgruppe, die in fünfter Generation Informationen und Services auf den Gebieten Medizin und Chemie anbietet und als Verlag Bücher und Zeitschriften herausgibt, ist längst auch ins digitale Geschäft eingestiegen. Mit den neuen Sparten und dem Generationswechsel werden auch neue Akzente in der Unternehmens- und Arbeitskultur gesetzt. Das sind Themen, die der Wahlberlinerin, Mutter einer dreijährigen Tochter, wichtig sind und auch, dass im Stuttgarter Unternehmen mit über 1 000 Mitarbeiter/innen an weltweit 11 Standorten zwar 80 Prozent der Beschäftigten Frauen seien, diese in der Führungsetage aktuell jedoch unterrepräsentiert sind.    

Damit steht das erfolgreiche Mittelstandsunternehmen nicht allein, weiß Programmleiterin Dr. Philine Erfurt Sandhu. Zwar gilt seit 2015 in Deutschland für die Aufsichtsräte von börsennotierten und paritätisch mitbestimmten Unternehmen, in denen die Arbeitgeber/innen- und Arbeitnehmer/innenseite gleich viele Sitze haben, eine verbindliche Geschlechterquote von 30 Prozent. Das betrifft aktuell nur rund 100 Unternehmen. »Bei genauerem Blick zeigt sich, dass sich auch neue gläserne Decken bilden, denn die Frauen sind nicht in den Ausschüssen, die die Entscheidungen der Aufsichtsgremien vorbereiten, noch nicht genug«, sagt Erfurt Sandhu.

„Ich denke, dass es eine größere Offenheit unter den Teilnehmerinnen gibt als in einem gemischten Kurs und dass wir uns gegenseitig stärken“, formuliert Joana Hauff ihre Erwartung. 120 Teilnehmerinnen haben das Weiterbildungsprogramm an der HWR Berlin bereits erfolgreich abgeschlossen, haben Funktionen zum Beispiel im Aufsichtsrat der Berliner Verkehrsbetriebe, beim TÜV Rheinland und bei der Investitionsbank Schleswig-Holstein inne, überwachen Trust Funds großer Stiftungen im Ausland oder sind Geschäftsführerin beim Energiedienstleister Vattenfall. Das Netzwerk wächst.

Ansprechpartnerin für das Programm
Dr. Philine Erfurt Sandhu
Tel.: +49 (0)30 30877-1578
E-Mail: philine.erfurtsandhu@hwr-berlin.de

Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin (HWR Berlin)
Die Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) Berlin ist mit über 12 000 Studierenden eine der großen Hochschulen für angewandte Wissenschaften – mit ausgeprägtem Praxisbezug, intensiver und vielfältiger Forschung, hohen Qualitätsstandards sowie einer starken internationalen Ausrichtung. Das Studiengangsportfolio umfasst Wirtschafts-, Verwaltungs-, Rechts- und Sicherheitsmanagement sowie Ingenieurwissenschaften in über 60 Studiengängen auf Bachelor-, Master- und MBA-Ebene. Die HWR Berlin unterhält 195 aktive Partnerschaften mit Universitäten auf allen Kontinenten und ist Mitglied im Hochschulverbund „UAS7 – Alliance for Excellence“. Als eine von Deutschlands führenden Hochschulen bei der internationalen Ausrichtung von BWL-Bachelorstudiengängen und im Dualen Studium belegt die HWR Berlin Spitzenplätze in deutschlandweiten Rankings und nimmt auch im Masterbereich vordere Plätze ein. Die HWR Berlin ist einer der bedeutendsten und erfolgreichen Hochschulanbieter im akademischen Weiterbildungsbereich und Gründungshochschule. Die HWR Berlin unterstützt die Initiative der Hochschulrektorenkonferenz „Weltoffene Hochschulen – Gegen Fremdenfeindlichkeit“.

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